Die Zeiten sind vorbei
Rund 30 Jahre ist es her, da brachte der Marsch des probritischen Oranier-Ordens in Portadown die nordirische Provinz zum Brennen. Es kam zu Straßenschlachten und Morden, vor allem gegen irisch-katholische Zivilisten. Dann war Schluss mit dem Spuk. Die Oranier-Märsche zielen darauf, der Bevölkerung in Nordirland zu signalisieren, wer Herr der Straße ist. Nun gibt es erneut Streit, doch das Machtgefüge hat sich gedreht. Der britische Minister für Nordirland, Chris Bryant, hat den Marsch gänzlich verboten – in den 1990er Jahren hätte er noch Wasserwerfer und Gummigeschosse geschickt.
Rückblick: Mitte der 1990er Jahre hatten die Anwohnerinnen und Anwohner der irischen Garvaghy Road in Portadown das diskriminierende Spektakel endgültig satt. 1995 versuchten sie mit Sitzblockaden die Polizei dazu zu bringen, den Marsch umzuleiten – »re-route« war ihre Forderung. Als die damals noch »königliche« nordirische Polizei RUC den Marsch tatsächlich stoppte,........
