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Ex-Ehrenossi des Tages: Dorian Baganz

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Man wird wohl den Stab brechen dürfen über ein Projekt, an dem schon der Name scheiße ist, da ja, was sich da Ostdeutsche Allgemeine Zeitung nennt, besser Ostdeutsche Besondere hieße. Befindlichkeit, diffuse Stimmung, Ressentiments verstärken sind offenkundige Anliegen. Das im Februar vom Stapel gelassene Blatt aus dem Hause Friedrich versucht im Reich der Worte zu sein, was das BSW auf dem Parkett der Politik zu werden vorhat. Unbehagen ist eine Res­source. So viele Menschen mit Angst vorm nächsten Monat und dem Gefühl, nicht vorzukommen. So viele unter ihnen, die das authentische Unbehagen nicht in Vernunft überführen können. Ihnen dazu ein wenig zu verhelfen wäre zum Beispiel die Aufgabe einer OAZ. Die, wie sie ist, fördert statt dessen dumpfes Verarbeiten von Unbehagen, den Glauben mithin, dass sich gekränkt fühlen gleichbedeutend mit recht haben sei.

Die Masche zieht nicht nur bei Ostdeutschland – Gender, Veganismus, Klima, Pandemie, Migration. Ressentiments werden auf jedem Feld bedient. Holger Friedrich ist im Auftrag des Herrn unterwegs, und der Herr ist er selbst. Dass das nicht jeder seiner Boten so sieht, mag der Grund sein, aus dem nun OAZ-Chefredakteur Dorian Baganz noch während der Probezeit den Laden verlässt. »Unterschiedliche Vorstellungen über die inhaltliche Ausrichtung« haben laut ihm eine Rolle gespielt.

Dass Baganz selbst, als vorgestellter Verweser ostdeutscher Belange, gar nicht aus dem Osten kommt, passt da auch ins Bild. Biedenkopf, Ramelow, Höcke. Aus dem Westen kam nicht nur das staatliche Personal, das ab 90 in die neuen Länder strömte, auch die Erlöser der geschundenen Ostseele hatten oft Westbiographien. Laut Geschäftsführer Jehmlich soll der nächste Chefredakteur aus dem Osten kommen. Der beste Bauernfänger ist selbst Bauer.


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