Vor mageren Jahren
Der VfL Wolfsburg spielt nicht mehr erstklassig. Den Weltkonzern, der sich den Fußballverein als sein Spielzeug leistet, könnte das gleiche Schicksal ereilen. Die Volkswagen AG hat schon mal bessere Zeiten erlebt. Aus der Perspektive der Unternehmensführung sind der bedrohlichen Zeichen viele: Gewinneinbruch, schrumpfende Rendite, mangelhafte Kapazitätsauslastung, kostenintensiver Personalüberhang. Anders gesagt, in den Worten ihres Vorstandschefs Oliver Blume auf der Hauptversammlung am Donnerstag: »Unser über Jahrzehnte erfolgreiches Geschäftsmodell funktioniert heute nicht mehr.«
Die Krise scheint so profund, dass ausweislich einer internen Befragung auf höchster Ebene sechs von neun Vorstandsmitgliedern zu der Einschätzung gelangten, der Konzern sei »existenzgefährdet«. Alle wiederum gaben an, eine Neudefinition des Geschäftsmodells sei notwendig, das alte, wie ja auch Blume den Aktionären verriet, sei an sein Ende gekommen: Autos in Deutschland entwickeln, in Europa bauen und........
