Mitgehört im Bunker ...
12. März 2026 – 23. Adar 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
Mitgehört im Bunker ...
Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach
12.03.2026 17:16 Uhr
Sirenen zerreißen die Nacht. Wieder und wieder. Millionen Israelis werden derzeit täglich mehrmals aus ihrem Alltag gerissen – und fast jede Nacht aus dem Schlaf. Wenn Raketen aus dem Iran gestartet werden, bleibt nur wenig Zeit, um die Schutzräume zu erreichen. In Tel Aviv, Haifa oder Beer Sheva rennen Menschen dann im Halbschlaf in öffentliche unterirdische Bunker, Treppenhäuser oder die sogenannten »Mamad«-Zimmer in ihren Wohnungen, verstärkte Schutzräume aus Beton.
Bevor die Sirenen mit ihrem nervenzerrenden Ton beginnen zu heulen, bekommen alle Israelis eine Vorwarnung auf ihr Mobiltelefon. Das Heimatfrontkommando der Armee verschickt den »Amber Alert«, eine schrille Push-Nachricht, die ankündigt, dass in den kommenden Minuten Raketenalarm erwartet wird.
Bei Angriffen aus größerer Entfernung, wie aus dem Iran, trifft diese Warnung meist mehrere Minuten vorher ein, manchmal bis zu zehn. Erst danach ertönt draußen die eigentliche Sirene: ein auf- und abschwellender Heulton, den in Israel jeder sofort erkennt. Von diesem Moment an bleiben den Menschen meist etwa 90 Sekunden, um einen Schutzraum zu erreichen.
Zwischen Alltag und Angriffen: So erleben Israelis den Krieg
Mal Espresso, dann wieder Sirenengeheul: Die Menschen versuchen, sich ein Stück Normalität zu bewahren. Eindrücke aus einer Stadt zwischen Alltag und Ausnahmezustand
Irans neuer Oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer
Der neue Regime-Chef will Rache an Israel und formuliert weitere Forderungen
Dort sitzen sie dann zusammen: Nachbarn, Familien, Fremde – mitten in der Nacht, oft im Schlafanzug oder mit hastig übergezogenen Jogginganzügen und in Schlappen. Ist der letzte drin, wird die schwere Metalltür des Bunkers geschlossen, damit bei einem möglichen Einschlag keine Druckwelle hineinzieht.
Viele starren auf ihre Handys, lesen die Nachrichten, senden »Wie geht es dir?«-Texte und warten auf die Entwarnung des Heimatfrontkommandos. Andere versuchen, auf den harten Bänken oder dem Boden ein paar Minuten zu schlafen.
Mit jeder Stunde werden die Stimmen leiser und die Gespräche kürzer. Müdigkeit legt sich über den Raum. Und........
