menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

32 0
06.09.2026

06. September 2026 – 24. Elul 5786

AboAngebote PrintAngebote E-PaperAbo-Service

AboAngebote PrintAngebote E-PaperAbo-Service

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Eine Brandmauer hat eine ziemlich einfache Aufgabe: Sie hält Feuer auf. Sie fragt nicht: Kommt das Feuer von rechts oder von links? Ist die Flamme braun oder rot? Grölt sie? Oder spricht sie von Humanität und Gerechtigkeit? Wenn eine Brandmauer nur auf einer Seite steht, brennt es von der anderen rein. Über diese offene Seite müssen wir reden. Es gibt keinen guten und schlechten Judenhass. 

Es gibt nur Judenhass. Und der passt sich seiner Zeit an. Er ist ein Virus, das mutiert und immer neue, anschlussfähige Codes findet. »Jude«, »Ritualmord«, »Rassenschande« – klingt aus der Mode gekommen. »Zionist«, »Genozid«, »Apartheid« – klingt schon viel progressiver. »Judenvernichtung« ist sehr 1942. »Israelvernichtung«, die Vernichtung des kollektiven Juden, ist sehr 2026. Und Teile der politischen Linken haben diesem neuen Antisemitismus nicht nur Reichweite verschafft. Sie haben ihm etwas sehr Wertvolles gegeben: einen moralischen Heiligenschein. Plötzlich kann man jüdische Selbstbestimmung bekämpfen und sich dabei für einen guten Menschen halten. Man kann »Intifada« schreien und sich Antirassist nennen. Man kann Terroristen zu »Befreiungskämpfern« erklären und sich anschließend wundern, warum Juden gehen. Man habe ja nichts gegen Juden – nur gegen Zionisten. Man kann Juden in »neue Nazis« umbenennen und schon scheint jede Gewalt legitimiert. So wird Judenhass nicht nur entschuldigt. Er wird gesellschaftsfähig gemacht.

Und mit ihm schleicht sich noch etwas anderes zurück in den Mainstream: autoritäres Denken. Schauen wir nach Berlin.........

© Juedische Allgemeine