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Wo ist der Geist von Sarajevo?

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24.07.2026

24. Juli 2026 – 10. Aw 5786

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Wo ist der Geist von Sarajevo?

Auch in Deutschland rufen Vertreter der bosnischen Diaspora zunehmend nach harten Sanktionen gegen Israel und scheuen den Dialog mit den jüdischen Gemeinden hier. Das war schon einmal anders

Einst eine große Bereicherung für die bundesrepublikanische Gesellschaft, ist die bosnische Gemeinschaft in Deutschland inzwischen zum Spiegelbild der Auseinandersetzungen in ihrem Heimatland geworden. Dabei gab es viele positive Entwicklungen, die eine Zukunft der gegenseitigen Toleranz und Vielfalt, wie sie im Sarajevo unter osmanischer Herrschaft sowie später im Königreich Jugoslawien üblich waren.

Sicher, es gab immer auch Spannungen zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Dennoch ging die bosnische Hauptstadt in den Jahren nach der Unabhängigkeit in ihrer traditionellen Rolle als Hort der Toleranz auf. Sarajevo war eine Stadt, in der Muslime, Christen und Juden friedlich miteinander leben konnten, wenngleich die jüdische Gemeinde durch den Holocaust und die anschließende sozialistische Herrschaft eher klein war.

Zuvor hatte es 450 Jahre lang ein blühendes Leben jüdisches Leben in der Stadt gegeben. Aus Spanien geflohene sephardische Juden ließen sich ab dem 16. Jahrhundert im Osmanischen Reich nieder. Die sephardische Kultur mit ihrer eigenen Sprache Ladino brachte der Stadt den Beinamen »Jerusalem Europas« ein. Bekannt ist auch die im Nationalmuseum von Bosnien-Herzegowina aufbewahrte »Sarajevo-Haggada« aus dem späten 14. Jahrhundert, die ebenfalls aus Spanien auf den Balkan kam.

Durch die finanzielle und politische Unterstützung aus dem Nahen Osten, vor allem aus den Golfstaaten, für die Unabhängigkeitsbestrebungen Bosnien, kam in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aber auch der islamische Extremismus nach Bosnien. Obwohl........

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