Nach gezielten Tötungen: Wer führt den Iran?
13. März 2026 – 24. Adar 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
Nach gezielten Tötungen: Wer führt den Iran?
Mehrere einflussreiche Persönlichkeiten stehen nach wie vor an der Spitze zentraler Institutionen und koordinieren Regierung, Militär und Sicherheitsapparate
13.03.2026 08:55 Uhr
Trotz einer Reihe von gezielten Tötungen während des laufenden Krieges bleibt die politische und militärische Führung im Iran offenbar handlungsfähig. Mehrere einflussreiche Persönlichkeiten stehen nach wie vor an der Spitze zentraler Institutionen und koordinieren Regierung, Militär und Sicherheitsapparate.
Als neue Schlüsselfigur gilt dabei Modschtaba Khamenei, der Sohn des früheren Revolutionsführers Ali Khamenei. Nach dessen Tod wird er in zahlreichen Berichten als neuer oberster Führer des Landes angesehen. Eine erste schriftliche Botschaft, die ihm zugeschrieben wird, wurde in dieser Woche verbreitet. Darin kündigte er Vergeltung für die im Krieg getöteten Iraner an.
Berichten zufolge erlitt Mojtaba Khamenei zu Beginn der Kämpfe Verletzungen, darunter einen Bruch am Fuß sowie Wunden im Gesichtsbereich.
Eine weitere zentrale Rolle spielt nach einem Bericht von »Ynet« Ali Larijani, der derzeit als Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates tätig ist. Nach Angaben aus politischen Kreisen soll er bereits kurz vor Kriegsbeginn mit der Koordination wichtiger Regierungsaufgaben betraut worden sein. Larijani ist zudem in diplomatische Kontakte eingebunden und war zuletzt auch an Gesprächen beteiligt, bei denen Oman als Vermittler fungierte.
Irans neuer Oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer
Der neue Regime-Chef will Rache an Israel und formuliert weitere Forderungen
Iran zu Waffenruhe bereit, wenn Israel und USA nie mehr angreifen
Das Teheraner Regime formuliert auch andere Bedingungen für einen Waffenstillstand, den niemand verlangt
Ist Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad doch noch am Leben?
Zahlreiche Medien meldeten den Tod des Ex-Präsidenten. Doch »The Atlantic« zufolge, soll Ahmadinedschad untergetaucht sein
In scharfen Worten warnte er die Gegner seines Landes: Sollte US-Präsident Donald Trump den Iran angreifen, werde die gesamte Region »innerhalb einer halben Stunde in Dunkelheit versinken«.
Im militärischen Bereich hat sich Ahmad Vahidi dem »Ynet«-Bericht zufolge als eine der wichtigsten Figuren etabliert. Er wurde nach dem Tod seines Vorgängers zum Kommandeur der Islamic Revolutionary Guard Corps ernannt. Vahidi leitete zuvor die Quds-Einheit der Revolutionsgarden und wird international mit dem Bombenanschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires im Jahr 1994 in Verbindung gebracht. Öffentliche Stellungnahmen von ihm gab es seit seiner Ernennung bislang kaum.
»Bis zum letzten Tropfen Blut«
Auch im politischen Establishment äußern führende Vertreter weiterhin eine kämpferische Haltung. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, sein Land strebe derzeit keinen Waffenstillstand an. Der Angreifer müsse vielmehr »so hart getroffen werden, dass er nicht noch einmal daran denkt, unseren geliebten Iran anzugreifen«.
Eine wichtige Rolle innerhalb der regulären Streitkräfte spielt außerdem Amir Hatami, der die iranische Armee führt. Der frühere Verteidigungsminister kündigte an, das Land werde »seine Ehre bis zum letzten Tropfen Blut verteidigen«. Zwischenzeitlich kursierten Berichte über seinen Tod, die jedoch später von regierungsnahen Medien zurückgewiesen wurden. im
Irans Geheimdienst warnt Bevölkerung vor Massenprotesten
Der berüchtigte Geheimdienst kündigt drastische Strafen gegen Demonstranten an
Iranische Zivilisten schicken Israel Hinweise auf Regime-Ziele
Menschen im Iran informieren die israelischen Streitkräfte über Einrichtungen des Regimes. Die Angaben werden geprüft und führen dann zu Angriffen
Steinwurf auf israelisches Generalkonsulat: Beschuldigter in U-Haft
Am Wochenende soll ein Mann Steine auf das israelische Generalkonsulat in München geworfen und mit einer Sprengstoff-Explosion gedroht haben. Die Staatsanwaltschaft hat nun einen Haftbefehl erwirkt
Wadephul fordert diplomatisches Ende des Iran-Kriegs
Der deutsche Außenminister und sein türkischer Kollege sind sich einig: Der Krieg im Iran muss so bald wie möglich enden - nur wie?
Irans neuer Oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer
Der neue Regime-Chef will Rache an Israel und formuliert weitere Forderungen
Viele Bewohner Teherans harren in ihren Wohnungen aus
Seit Ende Februar führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran. Die Lage in der Hauptstadt fühlt sich für viele Bewohner zunehmend unsicher an
Ist Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad doch noch am Leben?
Zahlreiche Medien meldeten den Tod des Ex-Präsidenten. Doch »The Atlantic« zufolge, soll Ahmadinedschad untergetaucht sein
Israels Armee meldet Angriff auf iranische Nuklearanlage bei Teheran
An der Atomanlage Taleghan entstanden bei den Luftangriffen erhebliche Schäden
Schweiz schließt Botschaft im Iran, die auch US-Interessen vertritt
Die Eidgenossenschaft vertritt als Schutzmacht der Vereinigten Staaten auch deren Interessen im Iran. Wegen anhaltender Angriffe bringt die Regierung in Bern ihre Mitarbeiter vorübergehend außer Landes
+49 30 275833 0 Mo-Do 9-17 Uhr Fr 9-14 Uhrverlag@juedische-allgemeine.deredaktion@juedische-allgemeine.de
© 2026 Jüdische Allgemeine Impressum/Datenschutzerklärung/AGB/Privatsphäre
