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Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

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27. Oktober 2026 – 16. Cheschwan 5787

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Irans Generation Z kämpft um ihre Zukunft

Sie sind 17, sprechen über Krieg und denken ans Auswandern. Darja und Negin gehören zu einer Generation, die den Iran verändert, aber an der eigenen Zukunft dort zweifelt

Auch Hoffnung kann man bereuen. Sie hält die Vorstellung lebendig, dass sich alles noch zum Guten wendet. Doch was, wenn darüber Jahre vergehen, die niemand zurückgeben kann? Darja und Negin sind siebzehn, sie lieben den Iran und denken dennoch daran, ihn zu verlassen. Sie bereiten sich auf die Universität vor, diskutieren über Krieg und politische Umbrüche, über die Zukunft ihres Landes und ihre eigene. Beide wissen, dass Veränderungen Zeit brauchen. »Wenn ich heute zurückblicke, denke ich manchmal, dass es besser gewesen wäre, weniger Hoffnung zu haben«, sagt Negin. »Dann hätte ich vielleicht weniger gelitten.«

Während Darja und Negin am Küchentisch sitzen, dreht sich das Gespräch wieder um den Krieg. Berichte über mögliche Angriffe der USA und Israels machen die Runde, die Erinnerungen an die letzten Bombardierungen sind noch frisch. Die beiden sind fast wie Schwestern. Darja ist temperamentvoll, Negin ernster und nachdenklicher. Sie würde sich lieber mit anderen Dingen beschäftigen, doch der Politik kann sie sich kaum entziehen. Wie anders das Leben in Deutschland ist, macht sie an einer Sorge deutlich: »Ihr musstet euch nicht jeden Morgen fragen, ob euch eine Bombe auf den Kopf fällt. Wenn ich in einem freien Land leben würde, wäre mein erster Gedanke nach dem Aufwachen vermutlich nicht, sofort die Nachrichten zu überprüfen.«

Wenn das Vertrauen schwindet

Irans Gesellschaft hat sich in wenigen Monaten tiefgreifend verändert. Zu Jahresbeginn entzündeten sich an einer Wirtschaftskrise Massenproteste, die der Sicherheitsapparat mit tödlicher Gewalt niederschlug. Wenig später folgte der Krieg, der die Spaltung im Land weiter vertiefte. Auch unter Jugendlichen schwindet das Vertrauen. »In unserer Klasse gab es Unterstützer des Regimes«, sagt Darja. »Wir wussten zunächst gar nicht, dass sie unter uns waren.« Die Entdeckung machte ihr Angst. »Ich erinnere mich, dass ich mit vier Freundinnen eine ganze Nacht wach blieb. Wir haben die ganze Zeit telefoniert, weil wir fürchteten, am nächsten Tag verraten zu werden.«

Auch beim Krieg verlaufen die politischen Fronten nicht so eindeutig, wie Darja zunächst glaubte. Einige ihrer........

© Juedische Allgemeine