Wende, Patt oder Weiter so?
24. Oktober 2026 – 13. Cheschwan 5787
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Wende, Patt oder Weiter so?
Die Knessetwahl stellt dem Land eine neue Regierung in Aussicht - doch die Koalitionsbildung könnte erneut zum Machtpoker werden
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist das gelungen, was in fast vier Jahrzehnten niemand schaffte: Die rechteste und religiöseste Koalition aller Zeiten erreichte unter seiner Führung das natürliche Ende der vierjährigen Regierungszeit. Am 17. Juli löste sich die 25. Knesset auf, und am 27. Oktober geben die Israelis ihre Stimmen ab – wenn es nach den Herausforderern Netanjahus geht, für einen Wandel.
Mehr als drei Jahre nach dem tödlichsten Angriff in der Geschichte Israels – den Massakern der Hamas am 7. Oktober 2023 –, der das Land in einen Mehrfrontenkrieg stürzte, stehen die Israelis vor einer Wahl, die als eine der folgenreichsten in der Geschichte des Landes gilt.
Sie findet inmitten tiefer gesellschaftlicher Spaltung statt. Im Mittelpunkt stehen die Verantwortung für das Versagen, das den Terrorangriff ermöglichte, die einseitig getragene Last des Militärdienstes, die Unabhängigkeit der demokratischen Institutionen und der Justiz sowie die Frage, wie Israel angesichts der zunehmenden innenpolitischen Polarisierung und internationalen Isolation seinen wirtschaftlichen Wohlstand bewahren und seine internationalen Bündnisse aufrechterhalten kann.
Um in die Knesset einzuziehen, benötigt eine Partei mindestens 3,25 Prozent der Stimmen.
Um in die Knesset einzuziehen, benötigt eine Partei mindestens 3,25 Prozent der Stimmen.
Für Kritiker von Netanjahus rechtsex-tremer und ultraorthodoxer Koalition ist die Wahl die letzte Chance, Israels Entwicklung zu einem zunehmend autoritären, religiös dominierten und international isolierten Staat aufzuhalten. Der amtierende Premier und seine Verbündeten verteidigen ihre Bilanz und argumentieren, ihre Politik sei notwendig, um Israels Sicherheit zu gewährleisten, seinen jüdischen Charakter zu stärken und die Macht der gewählten Vertreter wiederherzustellen. Netanjahu persönlich will sein Amt verteidigen – trotz seines laufenden Korruptionsprozesses und massiver Proteste wegen der Regierungskampagne gegen die Justiz.
Bei früheren Wahlen waren die politischen Blöcke durch gemeinsame ideologische Positionen verbunden. Zu den Trennlinien zählten der israelisch-palästinensische Konflikt, sozialpolitische Fragen und Religion. Inzwischen hat sich der Fokus zunehmend auf die Frage verschoben, wer Netanjahu unterstützt und wer nicht. Herausforderer gibt es viele. Doch einer ist Umfragen zufolge der wahrscheinlichste Gewinner: der ehemalige Generalstabschef der Armee, Gadi Eizenkot. Seine........
