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Die Erinnerung muss bleiben

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25.10.2026

25. Oktober 2026 – 14. Cheschwan 5787

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Die Erinnerung muss bleiben

Die Erinnerung muss bleiben

Thomas Gabelin wurde in Theresienstadt geboren. Heute ist er aktiver Zeitzeuge

Mein erster Vorname war Denny. Er stammte von einer Liste mit erlaubten Namen, die die Nazis für jüdische Kinder angelegt hatten. Meine Mutter musste einen Vornamen von dieser Liste auswählen. Doch für sie war ich immer Thomas. Später nahm ich diesen Namen auch offiziell an. Ich wurde Ende 1944 im Ghetto und Konzentrationslager Theresienstadt geboren. Dass ich überlebt habe, grenzt für mich an ein Wunder. Meine beiden Großmütter waren Jüdinnen. Im September 1944 wurden meine Eltern von der Gestapo verhaftet und deportiert. Zwei Monate später kam ich dort in der sogenannten Hohenelber Kaserne zur Welt, die als Krankenstation diente. Die Bedingungen waren katastrophal. Es gab kein Wasser, manchmal blieb zum Überleben nur geschmolzener Schnee. Ich war schon als Neugeborener von Läusen übersät. Einen Tag nach meiner Geburt musste meine Mutter wieder beim Appell antreten.

Ich habe überlebt, weil meine Mutter mich stillen konnte. Obwohl sie selbst immer schwächer wurde und unter den entsetzlichen Bedingungen litt, hatte sie Milch für mich. Während der knapp vier Jahre, in denen Theresienstadt bestand, wurden dort nach meinen Informationen 25 Babys geboren. Nur zehn von ihnen überlebten.

Wenn ich heute darüber nachdenke, frage ich mich, warum meine hochschwangere Mutter nicht nach Auschwitz deportiert wurde. Damals gab es noch einzelne Transporte dorthin. Zweimal stand mein Vater auf einer entsprechenden Liste, doch sein Name wurde jedes Mal gestrichen. Meine Mutter musste trotz ihrer Schwangerschaft schwere Zwangsarbeit verrichten und wurde gezwungen, das Mineral Glimmer in dünne Schichten zu spalten.

Mein Vater war Amateurboxer und deshalb körperlich sehr kräftig

Mein Vater war Amateurboxer und deshalb körperlich sehr kräftig. Die Wehrmacht hatte in der Nähe ein Reservelazarett eingerichtet, bei dessen Aufbau mein Vater mitarbeiten musste. Als meine Eltern im September 1944 verhaftet worden waren, blieb mein älterer Bruder Richard in Krefeld zurück. Er war damals keine zwei Jahre alt und stand nicht auf der Deportationsliste. Meine Mutter wollte ihn unbedingt mitnehmen. Es muss furchtbar gewesen sein, ihn zurücklassen zu müssen. Mein Großvater nahm ihn auf, später eine Bekannte. Nicht auszudenken, was mit ihm passiert wäre, wenn er mitgekommen wäre. Nach der Befreiung kehrten meine Eltern im August 1945 mit mir zurück. Sie wollten zunächst wieder nach Krefeld, später in die USA. Doch mein Vater war Mitglied der KPD. Wir befanden uns bereits im Auswandererlager in Hamburg, als die Ablehnung kam. Wir hatten uns auf ein neues........

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