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Wiesn am Mittelmeer

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13.10.2026

13. Oktober 2026 – 2. Cheschwan 5787

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Die bayerische Festtradition wird in Israel neu interpretiert

Krachlederne trägt hier niemand, Dirndl sind auch keine zu sehen, aber dafür sind die Hüte der Renner, ganz zünftig mit Vogelfeder an der Krempe. Es ist Oktober in Israel – und statt Herbststürmen, die bunte Blätter durchs Land wehen, herrschen noch immer sommerliche Temperaturen um die 30 Grad. Und das Bier fließt.

Bayerische Traditionen kommen gut an in Israel. »Warum auch nicht«, meint Jonathan Balanowsky, »Deutschland ist einer unserer engsten Freunde. Und das Feiern ist freundlich und fröhlich.« Im vergangenen Jahr war der Hightech-Angestellte vier Tage lang auf dem »echten Oktoberfest« in München und völlig begeistert, erzählt er, während er mit einer Gruppe junger Leute an einer Biergarnitur mit blau-weißem Tischtuch sitzt. Den Trachtenhut auf dem Kopf.

Bier im Plastikbecher, aber es schmeckt offenbar auch so

Fast wie damals prostet er auch heute seinen Kumpels mit einem Weizen zu. Zwar nicht auf der Wiesn und nicht mit dem originalen Bierglas, sondern mitten in Tel Aviv und mit Plastikbecher, aber es schmeckt offenbar auch so. »Auf jeden Fall«, meint Balanowsky. »Ich finde es schön, wenn wir verschiedene internationale Traditionen zu uns bringen. Wir sind ein kleines Land und leben hier fast wie auf einer Insel. Da kann uns Einfluss von außen nicht schaden.«

Volltrunkene sieht man hier nicht. Israelis trinken ein oder zwei Bier und gehen dann nach Hause.

Volltrunkene sieht man hier nicht. Israelis trinken ein oder zwei Bier und gehen dann nach Hause.

In Israel gibt es nicht das eine zentrale Oktoberfest nach Münchner Vorbild, sondern viele Events und Partys im ganzen Land. Aber überall, von Haifa bis nach Beer Sheva in der Negevwüste, wird auch hier vor allem dem Bier gehuldigt.

Beim »Weihenstephan-Fest« auf dem Tel Aviver Givon-Platz verbindet sich Oktoberfest-Image mit israelischer Musik und Unterhaltung. Statt Blasmusik........

© Juedische Allgemeine