menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Mit Tatkraft und Ausdauer

28 0
11.09.2026

11. September 2026 – 29. Elul 5786

AboAngebote PrintAngebote E-PaperAbo-Service

AboAngebote PrintAngebote E-PaperAbo-Service

Mit Tatkraft und Ausdauer

Gerade in diesen Zeiten müssen wir als jüdische Gemeinschaft die Werte der Demokratie verteidigen. Denn auch wir tragen Verantwortung – mehr denn je

Eine »Schande für Deutschland« hatte der 2023 verstorbene Wolfgang Schäuble einst die »Alternative für Deutschland« genannt und ihr bei anderer Gelegenheit außerdem vorgeworfen, durch sie werde »hemmungslos alles demagogisch missbraucht, was man missbrauchen kann«. Solche Sätze sind in der politischen Debatte heute längst kein Aufreger mehr. Besonders sind sie trotzdem, Schäuble äußerte sie nämlich bereits im Herbst 2014, zu einer Zeit, als die AfD noch als bedeutungs- oder zumindest harmlos galt.

Wenige Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erscheint Schäubles Analyse nun so weitsichtig wie nie. Früher als viele andere hatte er das Gefahrenpotenzial erkannt, das von der neuen Gruppierung ausging, und die klaren Worte gefunden, für die andere etliche Jahre brauchten. Heute, da ein rechtsextremer Landesverband sich anschickt, in Querfront mit den Steigbügelhaltern aus Sahra Wagenknechts Parteikonstrukt eine Landesregierung zu übernehmen, wird dieses Potenzial von der theoretischen Größe zur realen Bedrohung.

Das schöne und erfüllende Tagesgeschäft

Liebend gern hätte ich meine Gedanken zu Rosch Haschana 5787 mit einem anderen Thema eingeleitet als einem deutschen Rechtsextremismus, der vor unseren Augen seinen zweiten Frühling erlebt. Zahllose andere Geschichten würde es zu erzählen geben, von der Heimkehr der letzten lebenden israelischen Geiseln im Oktober 2025 über das zehnjährige Bestehen des Helene-Habermann-Gymnasiums im Juni dieses Jahres und die Neuwahl unseres Gemeindevorstandes im Juli bis zur 20-Jahr-Feier der Einweihung der Hauptsynagoge in diesem Herbst. Die Arbeit für eine jüdische Zukunft in unserer Stadt bleibt weiterhin das schöne und erfüllende Tagesgeschäft, und rein geografisch........

© Juedische Allgemeine