Geheimnis des Neubeginns
03. September 2026 – 21. Elul 5786
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Geheimnis des Neubeginns
Die Rückkehr zum Ewigen ist ein tiefgreifender Prozess – für den Einzelnen und das ganze Volk
Der doppelte Toraabschnitt dieser Woche beginnt mit den Worten: »Ihr steht heute alle vor dem Ewigen, eurem Gott« (5. Buch Mose 29,9).
Es gibt Momente in der Tora, in denen man spürt: Die Zeit steht still. Sie versetzen in ein Innehalten, in dem ein tiefer Atemzug genommen wird, um auf einen Übergang von historischem Ausmaß vorzubereiten. Solche Momente vermitteln die Texte der Paraschot Nizawim-Wajelech. Das Volk Israel steht vor dem Einzug in das verheißene Land. Mosche steht vor seinem Tod. Die Tora steht vor ihrem Abschluss.
Beim Einzug in das Land Israel handelt es sich nicht nur um einen geografisch markierten Übergang von der Wüste ins Kulturland. Mit ihm verbindet sich ein tiefgreifender spiritueller Übergang.
In der Wüste ernährten sich die Israeliten im wahrsten Sinne des Wortes von den Wundern Gottes
In der Wüste ernährten sich die Israeliten im wahrsten Sinne des Wortes von den Wundern Gottes. Er versorgte sie mit Manna, Wachteln und Wasser. In der Wolken- und Feuersäule wies er ihnen den Weg, den sie ziehen sollten. Das machte jede Auseinandersetzung über den einzuschlagenden Weg überflüssig.
Dies ändert sich grundlegend mit dem Eintritt ins Gelobte Land. Jetzt müssen die Israeliten für sich Verantwortung übernehmen und eine Gesellschaft nach den Geboten der Tora aufbauen. Angesichts dieser Veränderung und Herausforderung betont Mosche: »Ihr steht heute alle.«
Bevor sich das Volk in Bewegung setzt, soll es vor Gott zu stehen kommen. Mosche wendet sich nicht nur an eine geistliche Elite, sondern versammelt alle Israeliten, von den Stammesführern bis zu den Fremden im Lager. Und nicht nur die gegenwärtig Versammelten werden aufgefordert, den Bund mit dem Ewigen zu erneuern. Er wird auch mit jenen geschlossen, die noch nicht geboren sind.
Hier erweist sich jüdische Identität: Nicht ein unverbindliches Interesse zeichnet den Bund seitens des Menschen aus. Jeder ist durch die Zeiten hindurch mit jedem im Volk verbunden, und alle sind füreinander verantwortlich.
Dementsprechend ergeht die Warnung: »Und niemand, der die Worte dieses eidlichen Vertrages hört, soll sich selbst in seinem Herzen beschwichtigen, indem er spricht: Befriedigung wird mir sein, so ich in der Verstocktheit meines Herzens wandeln werde« (29,18).
Eine Privatexistenz........
