Eine Stimme für Israelis
26. Juli 2026 – 12. Aw 5786
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Eine Stimme für Israelis
Eine Stimme für Israelis
Eliran Hirsh möchte mit seinen Podcasts Landsleute weltweit vernetzen
Meine ersten Jahre in Deutschland lassen sich mit einem Wort beschreiben: Kulturschock. Dass die Sprache eine andere ist, die Mehrheit der Bevölkerung nichtjüdisch und das Wetter schlechter, versteht sich von selbst. Neu war für mich vor allem der Alltag. Ich musste mich daran gewöhnen, dass der Sonntag ein Ruhetag ist oder dass die Wohnung gelüftet werden muss, selbst wenn draußen Minusgrade herrschen.
Eine der häufigsten Reaktionen meiner neuen Mitbürger auf mein Verhalten lautete: »Hat dir das niemand beigebracht?« Heute kann ich darüber lachen. Damals wusste ich oft nicht einmal, was ich eigentlich falsch gemacht hatte. Wer wie ich in ein neues Land kommt, ohne seine Regeln und kulturellen Codes zu kennen, braucht Zeit, um zu verstehen, wie alles funktioniert. Doch wie jeder gute Gast wollte ich mich dankbar zeigen und mich an die Gepflogenheiten anpassen.
Ich bin am Rand von Haifa aufgewachsen, einer gemischten Stadt, in der Juden und Araber Seite an Seite leben. Meine Biografie begann zunächst recht gewöhnlich: Kindergarten, Schule, Militärdienst. Schon als Kind faszinierte mich die Welt des Radios. Die Vorstellung, vor einem Mikrofon zu sitzen und zu Menschen zu sprechen, die mich kennen, obwohl ich selbst keine Ahnung habe, wer sie sind. In mir wuchs der Traum, eines Tages selbst im Studio zu sitzen und die Nachrichten zu präsentieren.
Um diesem Traum näherzukommen, begann ich ein Kommunikationsstudium am Yezreel Valley College. Während meiner Zeit an der Universität sagten mir mehrere Kommilitonen, dass meine Stimme besonders gut über ein Mikrofon klingt. Als sich die Bemerkungen häuften, begann ich ernsthaft, darüber nachzudenken, eine Karriere als Sprecher einzuschlagen. Zunächst übte ich in den Studios der Hochschule.
Während des Studiums lernte ich auch meine Frau kennen
Später kaufte ich mir eine einfache Ausrüstung und nahm meine ersten Tonspuren in einem wackeligen Kleiderschrank auf, der in meiner Studentenwohnung als improvisiertes Studio diente. Dabei lernte ich, dass Improvisation oft der Anfang von etwas Großartigem ist. Es war eine herausfordernde und prägende Zeit. Ich merkte schnell, dass ich häufig mehrere Dinge gleichzeitig tun muss, um voranzukommen, und dass Kreativität und Durchhaltevermögen dabei entscheidend sind. Zwei Eigenschaften, die mich bis heute begleiten.
Während des Studiums lernte ich auch meine Frau kennen. Sie war aus Deutschland für ein Auslandssemester nach Israel gekommen. Wir zogen später für einige Jahre nach Tel Aviv, wo unser erster Sohn geboren wurde. Danach entschieden........
