Drama an Bord
05. Juli 2026 – 20. Tamus 5786
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Am Münchner Volkstheater ist »Der blinde Passagier« von Maria Lazar zu sehen – eine der besten Produktionen dieser Spielzeit
Am Ende ist für Hartmann alles zu viel. Die Not, vor allem jedoch der Druck der Erwartungen. Manche Zuschreibungen der anderen sind niederträchtig, manche naiv, manche gut gemeint. Gemeinsam ist allen, dass sie etwas auf ihn, den jüdischen Flüchtling, projizieren. Hartmann ist Der blinde Passagier, den Maria Lazar ins Zentrum ihres Dramas rückt. Die Schriftstellerin kam 1895 als jüngstes von acht Kindern einer jüdischen Wiener Familie zur Welt. Die literarische Bühne betrat sie 1920 mit dem Roman Die Vergiftung.
Danach arbeitete sie als Autorin, Journalistin, Übersetzerin, ab 1930 unter dem Pseudonym Esther Grenen. Erst der nordische Klang brachte die verdiente Beachtung. Doch die schützte ihr Werk nicht vor dem Vergessenwerden. Drei Jahre nach Kriegsende sah Lazar, unheilbar krank, im Suizid den einzigen Ausweg.
Ihre Wiederentdeckung ist maßgeblich Albert C. Eibl zu verdanken, der 2014 in Wien den Verlag »Das vergessene Buch« gründete. Er studierte damals Germanistik und kümmerte sich jenseits der Uni darum, Autorinnen des 20. Jahrhunderts, die aus der Literaturgeschichte gefegt wurden, zurück ins Bewusstsein zu holen. Frauen wie Else Jerusalem, Marta Karlweis oder eben Maria Lazar. Zunächst legte er........
