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Die Oligarchisierung der Öffentlichkeit

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Unsere freiheitliche Öffentlichkeit wirkt auf den ersten Blick demokratisch. Millionen Menschen äußern sich täglich in sozialen Netzwerken, unzählige Medien konkurrieren um Aufmerksamkeit, Informationen scheinen frei zugänglich zu sein. Doch hinter dieser scheinbaren Vielfalt steht eine bemerkenswerte Konzentration von Eigentum und Kontrolle.

Ein relativ kleiner Kreis von Milliardären besitzt einen erheblichen Teil der Kommunikationsinfrastruktur, über die sich Gesellschaften informieren, streiten und politisch orientieren. Wer verstehen will, wie öffentliche Meinung im 21. Jahrhundert entsteht, muss deshalb nicht nur auf Journalisten, Redaktionen oder politische Parteien schauen. Man sollte auch auf Eigentümerstrukturen blicken.

Besonders deutlich wird diese Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Dort existiert eine lange Tradition privatwirtschaftlicher Medienhäuser, Fernsehsender und Filmstudios. Neu ist jedoch die Verbindung von klassischem Medienbesitz mit digitaler Plattformmacht. Einige der vermögendsten Unternehmer der Welt kontrollieren heute nicht nur einzelne Medienmarken, sondern auch die technischen Infrastrukturen, über die Information überhaupt verbreitet wird.

Jeff Bezos kaufte 2013 die traditionsreiche „Washington Post“. Seitdem wurde das Blatt technologisch modernisiert und international stärker positioniert. Formell bleibt die Redaktion unabhängig. Doch Eigentum schafft strukturelle Macht: Der Besitzer bestimmt Strategie, Budget und Führungspersonal.

Unsere freiheitliche Öffentlichkeit wirkt auf den ersten Blick demokratisch. Millionen Menschen äußern sich täglich in sozialen Netzwerken, unzählige Medien konkurrieren um Aufmerksamkeit, Informationen scheinen frei zugänglich zu sein. Doch hinter dieser scheinbaren Vielfalt steht eine bemerkenswerte Konzentration von Eigentum und Kontrolle.

Ein relativ kleiner Kreis von Milliardären besitzt einen erheblichen Teil der Kommunikationsinfrastruktur, über die sich Gesellschaften informieren, streiten und politisch orientieren. Wer verstehen will, wie öffentliche Meinung im 21. Jahrhundert entsteht, muss deshalb nicht nur auf Journalisten, Redaktionen oder politische Parteien schauen. Man sollte auch auf Eigentümerstrukturen blicken.

Besonders deutlich wird diese Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Dort existiert eine lange Tradition privatwirtschaftlicher Medienhäuser, Fernsehsender und Filmstudios. Neu ist jedoch die Verbindung von klassischem Medienbesitz mit digitaler Plattformmacht. Einige der vermögendsten Unternehmer der Welt kontrollieren heute nicht nur einzelne Medienmarken, sondern auch die technischen Infrastrukturen, über die Information überhaupt verbreitet wird.

Jeff Bezos kaufte 2013 die traditionsreiche „Washington Post“. Seitdem wurde das Blatt technologisch modernisiert und international stärker positioniert. Formell bleibt die Redaktion unabhängig. Doch Eigentum schafft strukturelle Macht: Der Besitzer bestimmt Strategie, Budget und Führungspersonal.


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