menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

China ist stark, aber es ist nicht unverwundbar

23 0
18.02.2026

In der kommenden Woche reist Friedrich Merz mit einer scharfen Diagnose im Gepäck nach China. In der Zeitschrift „Foreign Affairs“ schrieb der Bundeskanzler letzte Woche, China fördere systematisch Abhängigkeiten und interpretiere die internationale Ordnung neu. In absehbarer Zukunft, so Merz, könnte Chinas Militär mit dem US-Militär gleichziehen. Das ist die nüchterne und zutreffende Beschreibung einer Systemrivalität, die deutschen und europäischen Interessen widerspricht. Und die internationale Konkurrenz der Großmächte wird sich weiter verschärfen.

Erst am vergangenen Wochenende hatte der Kanzler bei der Münchner Sicherheitskonferenz das Ende des „unipolaren“ Weltordnungsmodells anerkannt. Washingtons Führungsrolle hält er in der gegenwärtigen Weltlage für eingeschränkt, die protektionistischen und unilateralistischen Tendenzen der US-Politik kritisierte er scharf. Er forderte einen Neustart der Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA; nicht als bloße Fortsetzung des Altbekannten, sondern durch ein neu gestaltetes Bündnis. Doch nicht nur in Bezug auf die USA ist klar: Europa muss sich zunächst selbst stärken, bevor an eine anders geartete Partnerschaft gedacht werden kann.

Viel Aufmerksamkeit wird in den kommenden Tagen darauf liegen, wie der Bundeskanzler mit seiner 30-köpfigen Wirtschaftsdelegation in China den Balanceakt vollziehen wird, kurzfristige Wirtschaftsinteressen und langfristige Spannungsthemen, etwa Exportkontrollen für kritische Inputs, verzerrte Marktzugänge und Überproduktion, in Einklang zu........

© Handelsblatt