Dunkelfeldstudie: Respekt statt Gewalt
Dunkelfeldstudie: Respekt statt Gewalt
Stand: 10.02.2026, 16:29 Uhr
Von: Pitt von Bebenburg
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Es fehlt an Prävention, Schutz und wirksamer Strafverfolgung. Das offenbart die jüngste Studie.
Wir leben in einer gewalttätigen Gesellschaft. Das wird manchmal offenkundig wie bei dem brutalen Angriff auf einen 36-jährigen Zugbegleiter bei einer Fahrkartenkontrolle in der vergangenen Woche. Noch viel öfter geschieht Gewalt aber im eigenen Zuhause. Es ist, statistisch gesehen, der gefährlichste Ort.
Die Dunkelfeldstudie, die das Bundeskriminalamt jetzt vorgestellt hat, sollte daher eine ebenso große Aufmerksamkeit erhalten wie spektakuläre Bluttaten. Denn hinter den blassen Zahlen steckt die ganze Wahrheit über eine krasse Gewaltbereitschaft.
Wenn Demonstrationen eskalieren, wenn am Rande von Fußballspielen geprügelt wird, wenn politisch motivierte Gewalttaten das Land erschüttern oder Rettungskräfte beim Einsatz angegriffen werden, ist das Erschrecken groß. All dies passiert in aller Öffentlichkeit – und löst zu Recht Diskussionen aus, wie dem Einhalt zu gebieten ist.
Doch all diese Ereignisse zeigen nur einen winzigen Ausschnitt der Gewalt, der Frauen und Männer in unserem Land ausgesetzt sind. Insbesondere bei Fällen von Partnerschaftsgewalt werden Taten fast nie angezeigt, selbst Vergewaltigungen. Von 20 Delikten werden den Ermittlungsbehörden mehr als 19 nie bekannt – so steht es in der aktuellen, groß angelegten Studie.
Das lässt zwei Schlüsse zu: Das Vertrauen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft in der eigenen Lebenssituation helfen können, ist gering. Und die Furcht vor einer weiteren Eskalation der Gewaltsituation überwiegt. Wem nützt es schließlich, wenn ein Täter verurteilt wird – wenn das Urteil erst Jahre nach den Taten gefällt wird?
Die Studie enthält weitere alarmierende Ergebnisse. Zum Beispiel darüber, wie enorm verbreitet der Einsatz von K.O.-Tropfen unter jungen Leuten ist – häufig gefolgt von sexuellen Übergriffen.
Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt. Das klingt selbstverständlich, ist aber weit entfernt von der Realität. Es ist notwendig, wirksame Antworten zu geben – aber zugleich handelt es sich um eine mühsame Arbeit, die keine schnellen politischen Erfolge mit sich bringt.
Das Minimum muss es sein, ausreichend Schutzeinrichtungen zur Verfügung zu stellen – zum Beispiel Frauenhäuser. Schon hier hapert es enorm. Allein in Hessen werden täglich im Schnitt fünf Frauen an Frauenhäusern abgewiesen, in den Städten wären vier Mal so viele Frauenhausplätze erforderlich.
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Sinnvoll sind Schritte wie die Einführung der elektronischen Fußfessel für Täter, die sich ihren Opfern nicht mehr nähern dürfen. Tun sie es doch, wird das Opfer über ein Empfangsgerät gewarnt. Diese Möglichkeit hat das Bundeskabinett im November beschlossen, und das ist gut so.
Die Täter sind zum allergrößten Teil Männer. Es liegt nahe, sich in Bildung und Erziehung kritisch mit der Männerrolle auseinanderzusetzen.
Unsere Gesellschaft ist geprägt von Druck und Stress. Viele Menschen können den hohen Anforderungen nicht genügen – und leben ihren Frust gewalttätig aus, etwa gegenüber Partnerinnen und Partnern. Wer sich ohnmächtig fühlt, mag sich zumindest in diesen Momenten mächtig fühlen.
Um Gewalt wirklich zu stoppen, muss also sehr grundlegend präventiv gehandelt werden. Ein positives Selbstbild, Achtsamkeit gegenüber anderen Menschen und Respekt sind essentiell. Sonst werden die Ergebnisse der nächsten Dunkelfeldstudie nicht besser sein – und Tausende Menschen haben weiter unter alltäglicher Gewalt zu leiden. Politik
