menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Gewaltenteilung im Klimastress

15 0
12.02.2026

Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen wollen die Politik mithilfe der Gerichte zu mehr Klimaschutz zwingen. Doch der hat nicht immer Vorrang, und es müssen Interessen abgewogen und ausgeglichen werden.

Entspannen Sie im Paradies“, wirbt das Tourismusbüro der niederländischen Karibikinsel Bonaire. Für die Bewohner Bonaires allerdings ist die Lage aufgrund des Klimawandels zunehmend angespannt: Der Meeresspiegel steigt, Wetterextreme nehmen zu, die touristisch wichtigen Korallenriffe sind bedroht. Nun müssen die Niederlande einen Klimaanpassungsplan für Bonaire erstellen und weitere Maßnahmen zum Schutz der Bewohner ergreifen, wie ein Bezirksgericht im fernen Den Haag entschied. Als Vorbild diente das Klimaurteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, das der Verein Klimaseniorinnen 2024 gegen die Schweiz erstritten hatte.

Der Sieg für die Karibikinsel ist nur das jüngste Beispiel für den Erfolg und die Fernwirkung strategischer Klimaklagen. Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen wollen die Politik mithilfe der Gerichte zu mehr Klimaschutz zwingen und die Wirtschaft für negative Folgen des Klimawandels zur Verantwortung ziehen. Auch deutsche Gerichte sind beliebte Austragungsorte solcher Klagen unter dem Banner von Klimagerechtigkeit.

Anfang des........

© Frankfurter Allgemeine