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Über den Abgrund hinweg lächelt Farage

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Nach britischen Wahlen : Über den Abgrund hinweg lächelt Farage

Premierminister Starmer vermag es nicht, seine Labour-Partei klar auf einer Seite des Brexit-Grabens zu positionieren. Aber den Konservativen geht es nicht besser.

Mit anspruchsvollen Worten hat Keir Starmer am Montag angekündigt, seine Regierung werde Großbritannien zurück ins „Herz Europas“ führen. Das war seine Reaktion auf die Wahlergebnisse in England, Wales und Schottland in der vergangenen Woche.

Tatsächlich zeigen die Resultate in den Kommunen und Regionen, dass sich der Brexit noch immer ‒ oder sogar immer stärker ‒ als tiefer Graben durch die britische politische Landschaft zieht. Ein Jahrzehnt nach der Volksabstimmung, in denen die Austrittseifrigen knapp über die Mitgliedschaftsverteidiger siegten, ordnet sich die Parteienpräferenz der britischen Wähler zunehmend entlang dieser Frage, die im Grunde ja eine Vertrauensfrage in die Wirksamkeit politischer Systeme überhaupt ist.

Die in Westminster regierende Labour-Partei Starmers verlor im Norden Englands und im Süden von Wales scharenweise Kommunal- und Landtagsmandate an Nigel Farages Reform UK. Das sind genau jene verarmten Industriegegenden, die zwar einst klassische Labour-Milieus darstellten, die aber zugleich mit hohen Mehrheiten für den EU-Austritt stimmten.

Dass Starmer diese angestammten Wähler nicht mehr an........

© Frankfurter Allgemeine