True Crime ist nur die halbe Wahrheit
Podcast „House of Block“ : True Crime ist nur die halbe Wahrheit
Die Beschlagnahmung der Aufnahmen des „Zeit“-Podcasts über den Fall Block wird zurecht kritisiert. Aber was will das Gericht überhaupt mit diesen Aufnahmen? Als Beweis taugen sie wegen ihrer fragwürdigen Entstehung kaum.
Der Erfolg des True-Crime-Genres beruht nicht nur darauf, dass die crimes darin mehr oder weniger true sind, also darauf, dass es „echte“ Fälle sind, die geschildert werden. Er verdankt sich auch der Tatsache, dass diese Wahrheiten in Form fiktionaler Konventionen erzählt werden, als Drama, nach allen Regeln der Kunst. Der „Zeit“-Podcast über die Entführung der Kinder der Hamburger Familie Block macht diese Ambition schon mit dem Titel „House of Block“ deutlich, einer Anlehnung an die Fernsehserie „House of Cards“, Autorin Anne Kunze verglich ihre Produktion mit dem Familiendrama „Succession“. Zu den üblichen Mitteln gehört es, durch Auslassungen Spannung zu erzeugen: das Versprechen, dass der Plot auf eine Enthüllung zusteuert. Und so weiß man als Zuhörer nach fünf von acht angekündigten Folgen, die bisher abrufbar sind, noch immer nicht, ob man über den Fall noch Details erfahren wird, die in der bisherigen Berichterstattung – oder im Prozess am Hamburger Landgericht – noch nicht zur Sprache kamen, obwohl sich der Podcast bemüht, ständig zu tun, als sei das so.
Ob man das für eine durchschaubare erzählerische Methode hält........
