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Alles wird schlechter – und das ist kein Zufall

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23.03.2026

Übermacht der Plattformen : Alles wird schlechter – und das ist kein Zufall

Alles wird immer schlechter? Das ist nicht nur Einbildung: Eine norwegische Kampagne kämpft gegen „Enshittification“.

Der technologische Fortschritt läuft, wenn man den Unternehmen glaubt, die mit ihm handeln, heute so radikal und unaufhaltsam ab wie selten zuvor: Die sogenannte Künstliche Intelligenz revolutioniert sämtliche Gesellschaftsbereiche, die Singularität ist nur noch eine Frage der Zeit, und auch wenn das mooresche Gesetz, welches jahrzehntelang besagte, dass Computer alle zwei Jahre schneller und billiger werden, nicht mehr lange gilt, weil Computerchips heute kaum noch kleiner werden können, versprechen die Hersteller schon das neue Paradigma: „More than Moore“. In Wirklichkeit aber werden die Produkte der digitalen Welt, pardon, immer beschissener.

„Enshittification“ (auf Deutsch etwa Verscheißifizierung) heißt das Wort, das der kanadische Science-Fiction-Autor Cory Doctorow 2022 in einem Blogbeitrag für diese Entwicklung geprägt hat. Was zunächst nur ein origineller Neologismus war, hat einen Nerv getroffen und ist mittlerweile als Fachbegriff beliebt, um den Verfall aller möglichen Dinge und Dienste zu beschreiben, der längst auch in der analogen Welt spürbar ist: Nicht nur Google-Suchergebnisse, Facebook-Posts und Dating-Matches werden immer schlechter und teurer, sondern auch der Service auf Flugreisen, bei Taxifahrten, im Kauf- oder im Krankenhaus. Wir leben heute, meint........

© Frankfurter Allgemeine