Zwischen Pflicht und Tagebuch
Papierkalender : Zwischen Pflicht und Tagebuch
Schreibt jemand noch in einen Papierkalender? Nicht auszudenken, hätten Thomas Mann, Goethe oder Kafka in einen Smartphone-Kalender diktiert. Aber es gibt sie auch heute noch: Kalender mit Platz für Notizen.
Es muss schon allerhand zusammenkommen, damit aus „17.30 ZA m. B.“ Weltliteratur wird. Eher wird etwas aus „Habe wieder begonnen, morgens nackt ein wenig zu turnen“. Das hat etwas. Jedenfalls wenn der Schreiber Thomas Mann heißt. Der schrieb den Satz am 20. Juli 1934 in sein Tagebuch. Mann hat Blankohefte vollgeschrieben, mal viel, mal weniger, ein Strich unter den Eintrag, dann folgt der nächste Tag. Jahrelang.
Andere Künstler der Moderne und der Gegenwart haben sich der Wohltaten guter Papeterie bedient. Zahnarztbesuch und Turnvorhaben, vollendete Werke und Politik stehen fein säuberlich in den gedruckten........
