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Theater in zwei Systemen

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13.10.2026

Geld für die Kunst : Theater in zwei Systemen

Wieso mit zweierlei Maß gemessen wird, fragen freie Theatermacher in Frankfurt: die Stadt- und Staatstheater auf der einen Seite, die freie Szene auf der anderen. Es könnte Wege dazwischen geben.

Das böse Wort ist in den vergangenen Monaten oft gefallen: Hobby. Freischaffende Theaterkünstler sehen sich diskreditiert. Halten Politiker und Publikum das, was sie tun, für ein Steckenpferd? Obwohl sie genau dieselben Ausbildungen durchlaufen haben wie ihre Kolleginnen und Kollegen an den Stadt- und Staatstheatern? Die prekären Bedingungen, unter denen sie ihre Produktionen in der freien Szene der Stadt Frankfurt und darüber hinaus verwirklichten, ließen glauben, die öffentliche Hand halte das, was sie täten, für einen netten Zeitvertreib.

Eine bittere Feststellung. Provokativ ist sie natürlich auch gemeint. Ebenso wie der forsche Satz eines Vertreters der Frankfurter freien Szene, das Stadttheater dürfe „neben der freien Szene“ existieren. Denn die habe, so die Behauptung, mehr Publikum, zeige mehr Veranstaltungen. Folgt man der sogenannten Spielstättenerhebung aus dem Jahr 2023, stimmt dieses Bild allerdings nicht. Dort wird auf Zahlen der Theaterallianz, eines Verbunds sämtlicher Frankfurter Bühnen, verwiesen. Demnach findet in der freien Szene lediglich knapp die Hälfte aller Veranstaltungen statt. Und nur ein Drittel des Publikums besucht freie Spielstätten.

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Tatsächlich aber wird derzeit in Frankfurt nur rund ein Siebtel der Aufwendungen für die Städtischen Bühnen für die freien darstellenden Künste veranschlagt, einschließlich der privaten Theater, des Künstlerhauses Mousonturm und der freien Gruppen und Spielstätten. Rund 13 Millionen Euro sind es insgesamt. Die Städtischen Bühnen, also Oper und Schauspiel, erhalten rund 72 Millionen Euro. Auch sie werden damit allerdings bedeutend unter dem finanziert, was sie eigentlich benötigten, um weiter auf demselben Niveau arbeiten zu können wie bisher.

Die Künstler sparen an sich selbst

Die sehr unterschiedliche Finanzierung der freien Theaterkünstler und ihrer festen Kollegen an Stadt- und Staatstheatern ist das Ergebnis einer gut 350 Jahre alten Entwicklung, nicht nur in Frankfurt. Auch wenn in Frankfurt und Hessen, anders als in anderen Bundesländern, Fördermittel und Strukturen dem Bedarf auf eine besonders scharfe Weise entgegenstehen. Ein Beispiel: In der jüngsten Runde der Mehrjahresförderung der Stadt Frankfurt für die freie Szene standen 3,9 Millionen Euro zur Verfügung. Die Anträge, reell kalkuliert, wie die Fachjury angibt, beliefen sich jedoch auf 7,3 Millionen........

© Frankfurter Allgemeine