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Was Trump von Putin lernte

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22.03.2026

Ultimatum an Iran : Was Trump von Putin lernte

Das iranische Regime hat in der Straße von Hormus einen langen Hebel. Die USA finden kein Mittel dagegen. Da hilft auch das vermeintliche Vorbild Moskau nicht.

Donald Trump lernt dazu. Nur leider nicht von den eigenen Militärs und Diplomaten. Die könnten ihm mit der Erfahrung aus zweieinhalb Jahrzehnten „Krieg gegen den Terror“ eine realistische Vorstellung von der Erreichbarkeit seiner iranischen Kriegsziele und von der dafür womöglich notwendigen Beharrlichkeit und Geduld geben.

Trump lernt vielmehr von skrupellosen Autokraten wie Wladimir Putin. Der russische Machthaber will seit Jahren den Widerstand des ukrainischen Volks brechen, indem er dessen Energieinfrastruktur bombardieren lässt. Nun droht Trump, Irans Kraftwerke „auszulöschen“ – sofern das Regime nicht seinen größten Hebel loslasse, die Straße von Hormus freigebe und alle Drohungen gegen die Handelsschifffahrt beende.

Kapitulation? An seinen Zielen will Trump sich nicht messen lassen

Niemand weiß, ob das eine leere Drohung bleibt oder ob Trump sich tatsächlich anschickt, die Strom-, Wärme- und womöglich Wasserversorgung der Iraner zu zerstören. Doch ein Regime, das gerade erst Abertausende seiner Bürger abgeschlachtet hat, weil sie gegen die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse in der „Islamischen Republik“ protestiert haben, das wird sich auch von Kraftwerksruinen nicht zur Kapitulation nötigen lassen.

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Dass er eine solche Kapitulation kürzlich noch verlangt hatte, daran will sich Trump auf seiner Suche nach einem Notausgang heute nicht mehr erinnern lassen. Er ist innenpolitisch unter erheblichen Druck geraten. Die iranischen Regimegegner werden verstanden haben, dass der US-Präsident, der ihnen vor gut zwei Monaten „Hilfe“ zusagte, nicht in erster Linie ihre Anliegen verfolgt. Inzwischen erscheint es vielmehr gut möglich, dass Trump seine Iran-Mission für erfüllt erklärt, während ein weiterer Khamenei – wiewohl bisher unsichtbar – in Teheran das Sagen hat.

Dass Amerika und Israel freilich auch die „Drecksarbeit“ (so Friedrich Merz im vorigen Sommer) noch nicht vollständig erledigt haben, beweist Irans Angriff auf den fast 4000 Kilometer von Teheran entfernten britischen Stützpunkt Diego Garcia. Diese Raketen hätten auch Berlin erreichen können.

Andreas RossVerantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

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