menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Wie der Fall Epstein Verschwörungstheoretikern in die Hände spielt

34 0
14.02.2026

Qanon und Pizzagate : Wie der Fall Epstein Verschwörungstheoretikern in die Hände spielt

Seitdem die Epstein-Akten rund um sexuellen Missbrauch einer gesellschaftlichen Elite öffentlich geworden sind, bekommen Verschwörungstheoretiker wie die QAnon-Bewegung plötzlich Nahrung. Die Folgen können verheerend sein.

Er spricht ausführlich, stundenlang, manchmal klar, manchmal wirr. Maximilian Eder, früherer Elitesoldat und einer der Angeklagten im Frankfurter Reichsbürgerprozess, will seine Weltsicht erklären. Vor dem Oberlandesgericht beschreibt er, was ihn angetrieben hat, dass er den Kontakt zu zwielichtigen Ex-Soldaten, zu Esoterikern und angeblichen Hellsehern, zu Corona-Aktivisten und einer ehemaligen AfD-Bundestagsabgeordneten suchte, um auf einen Umbruch in Deutschland hinzuarbeiten.

Der Generalbundesanwalt sagt: Eder und die anderen Mitglieder der Gruppe um Prinz Reuß waren Verschwörer. Sie wollten mit Gewalt einen Umsturz herbeiführen, haben einen Angriff auf den Bundestag geplant, einen „Tag X“. Sie wollten Politiker entführen und notfalls auch töten. So steht es in der Anklageschrift. Eder sagt: Das ist falsch. Er behauptet, wenn er damals von einem Systemsturz gesprochen habe, dann sei es ihm nicht um Gewalt, sondern um einen „demokratisch legitimierten Umbruch“ gegangen. Die Unzufriedenheit der Menschen werde zu einem Abtritt der Regierung, zu einer – militärisch dominierten – Übergangsregierung und zu einem Neuanfang führen. Darauf habe er gehofft.

Angeblich in Tunneln gefangene Kinder

Verbunden hat der Ex-Soldat diese Hoffnung mit einer Enthüllung, die er vorbereitet hat. Eder wollte seinen eigenen Angaben zufolge den Menschen die Augen öffnen, er wollte die sogenannten DUMBs finden, die „Deep Underground Military Bases“. In Tunneln unter einer Burgruine bei Basel vermutete er Verstecke, in denen Hunderte Kinder gefangen gehalten und missbraucht würden. Hochrangige Politiker und Prominente hätten diese Kinder in brutalen Ritualen gequält und ihnen........

© Frankfurter Allgemeine