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Die Europäer haben nichts aus Trumps Rückkehr gelernt

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15.10.2026

Man hätte auf Alexander De Croo hören sollen. „Wenn 2024 uns wieder America First bringt, wird Europa mehr denn je auf sich selbst gestellt sein“, sagte der damalige belgische Ministerpräsident am 16. Jänner 2024 bei einer Aussprache mit dem Europäischen Parlament in Straßburg. Die Aussicht auf eine Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus wurde damals in den meisten anderen Regierungskanzleien noch als wenig wahrscheinlich weggewedelt.

Und wenn Trump doch gegen Kamala Harris gewinnen sollte, würde man mit ihm schon ins Geschäft kommen. Schließlich ist er, wie mittlerweile jedes Kind weiß, „transaktionell“ geprägt. Sprich: Wenn man ihm einen saftigen Deal vor die Nase hält, bei dem möglicherweise auch das eine oder andere Körnchen für ihn oder seine Sippschaft abfällt, legt sich sein Furor rasch.

De Croo gehörte damals, knapp zehn Monate vor der Präsidentenwahl, nicht zu diesem Lager. „Wir sollten, als Europäer, keine Angst vor dieser Aussicht haben.“ Europa sollte sich Trump II stellen und „stärker, souveräner, selbstständiger werden“.

Zweieinhalb Jahre später ist De Croo nach einer verlorenen Parlamentswahl mit einem Posten als Direktor des UN-Entwicklungsprogramms in New York versorgt. Haben sich die Europäer seine Warnung vor Trumps Rückkehr zu Herzen genommen?

Leider nein.........

© Die Presse