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Rote Rosen – zwischen Telenovela und Soap

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23.04.2026

Heute verfolgen die Menschen solche Unterhaltungsprogramme kaum mehr im linearen TV Betrieb, sondern gehen in die jeweiligen Mediatheken, wo man jeder Zeit auf bewegte bunte Bilder zugreifen kann. Das war zum Start „der Rosen“ noch anders.

Ein Haus, ein Steuerberater und seine Frau. Die Frau wähnte sich im Glück und bereitete den 50. Geburtstag ihres Mannes vor. Dieser aber hatte schon lange eine Affäre mit der besten Freundin seiner ältesten Tochter. Die betrogene Ehefrau berichtete mittels romantisch schmerzhaft verklärter Bilder von ihren Gefühlen. Ganz klar, der Beginn einer Telenovela.

Die Familie zerbrach und nach und nach wurde aus dem Haus – Rosenhaus genannt – ein Ort für viele Wohn- und Lebensmodelle. Konstrukte, welche sich von Staffel zu Staffel immer wieder veränderten.

Hauptbesitzerin des Hauses bleibt aber bis heute die Grand Dame des Sendeformates Johanna Jansen (gespielt von Brigitte Antonius), welche immer wieder als Gewissens- und Lebensberaterin für viele Generationen auftritt. Mittlerweile im Alter von über neunzig Jahren agiert sie meist nur noch beiläufig in irgendeinem noch so entlegenen Handlungsstrang – und zwar sitzend. Sie hört zufällig Gesprächen am Nebentisch zu und brilliert mit Lebenstipps, oft garniert mit der Floskel „Also wirklich!“ – einem meist funktionierenden emotionalen Verstärker.

Die aktuelle Staffel hat alles verändert!

In Staffel 24 wurde vieles auf Links gedreht. Soap-artig gibt es neben den HauptprotagonistInnen eine Menge schwer übersichtlicher Vorgänge. Geschichten werden angedeutet und passieren im Off. Besonders so Dinge wie ausgelassene Partys, Theatervorstellungen, Konzerte, Sportevents etc. Ereignisse also für die man viele KomparsInnen benötigen würde.

Der Vorspann ist jedes Mal anders und mit Blumendekorationen angereichert, welche High-Definition-Töne enthalten, aber keine roten Rosen mehr. Die Bilder werden mit beweglichen und handlichen Kameras erzeugt. Die Schärfentiefe wird bei Portraits sehr geringgehalten. Dabei entstehen besonders bei Naturhintergründen, z.B. bei Filmaufnahmen in der naheliegenden Lüneburger Heide oder auf dem „Gut Flickenschild“, Bouquets von malerischer Substanz. Vor allem aber werden ästhetische Visionen erzeugt, die man aus dem Kino- oder Netflix- Kontext kennt. Auch farblich hat sich einiges........

© Die Kolumnisten