Persönliche Assistenz 3: „Crip Camp“
Bevor das Modell der persönlichen Assistenz für Menschen mit Behinderung angeboten werden konnte, gab es diverse Initiativen für mehr Sichtbarkeit und Teilhabe. Z. B. die selbsternannte „Krüppelbewegung“. Der Dokumentarfilm „Crip Camp“ (Sommer der Krüppelbewegung) zeigt, wie Menschen mit Behinderung in den USA für ihre Rechte kämpften.
Nachdem meine Assistenznehmerin und ich „Sommer der Krüppelbewegung“ auf Netflix gesehen hatten, verharrten wir zunächst in stiller Einkehr. Das eben Gesehene mussten wir beide erst einmal in Ruhe verarbeiten: beeindruckend, stark, bewegend!
„Ohne diese Leute von damals würde ich jetzt hier nicht als dein Assistent sitzen dürfen“, sprach ich zu meiner Assistenznehmerin, als ich wieder Worte fand.
Die 106-minütige Doku erschien 2020, eine Produktion von Michelle und Barack Obama. Alles begann im Camp Jened im Jahre 1971. Der Ausgangspunkt der Independent-Living-Bewegung. Hippies halfen ihren Freundinnen und Freunden, die aufgrund ihrer Behinderung nicht als vollwertige Mitglieder der amerikanischen Gesellschaft angesehen wurden. Das New Yorker Ferienlager organisierte sich selbst.
James LeBrecht führte gemeinsam mit Nicole Newnham Regie. LeBrecht wurde mit Spina bifida geboren – demzufolge konnte er........
