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El Salvador: Kleines Land, hochfahrende Pläne

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27.05.2026

El Salvador liegt am westlichen Rand Mittelamerikas am Pazifischen Ozean und hat in etwa genauso viele Einwohner wie das Bundesland Hessen. Obwohl El Salvador relativ weit weg ist und dort nur wenige Menschen leben, steht das Land überdurchschnittlich oft im Fokus der globalen Medien. Das hat zwei Gründe: Den exzentrischen Staatspräsidenten und den Bitcoin. Nayib Bukele, der Selfie-Präsident El Salvadors, Selbstbeschreibung: „CEO meines Landes“ und Twitter-Virtuose, trat im September 2021 mit einer Ankündigung vor die Welt, die klang wie ein Start-up-Pitch aus dem Silicon Valley – vorgetragen im Präsidentenpalast eines der ärmsten Länder der westlichen Hemisphäre: El Salvador werde Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel einführen. Als erstes Land der Welt.

Es war ein Moment, der die Kryptogemeinde in Ekstase versetzte und einigen Ökonomen Schweiß auf die Stirn trieb. Was folgte, war eine der lehrreichsten wirtschaftspolitischen Lektionen der jüngeren Geschichte: Lehre eins – Was sich gut anfühlt, muss noch lange nicht funktionieren. Lehre zwei – Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat bisweilen recht. Lehre drei – Populismus kennt auch im Kryptozeitalter keine Haltezeit.

Das große Versprechen

Die Logik hinter Bukeles Bitcoin-Coup klang, bei allem Wagemut, nicht gänzlich unvernünftig. Rund 70 Prozent der salvadorianischen Bevölkerung besaßen kein Bankkonto, aber fast alle ein Smartphone. Überweisungen salvadorianischer Gastarbeiter aus den USA – die sogenannten Remesas – machen über 23 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes aus. Die Transfergebühren für diese Überweisungen fraßen einen erheblichen Teil der ohnehin kargen Erträge auf. Bitcoin, so das Versprechen, würde diese Gebühren eliminieren, Millionen Menschen ins Finanzsystem integrieren und El Salvador als internationales Krypto-Mekka positionieren.

Der Plan war entsprechend großzügig ausgestattet. Der Staat richtete eine eigene digitale Geldbörse ein, die sogenannte Chivo-Wallet, und stattete jeden Bürger, der sie herunterlud, mit einem Startguthaben von 30 US-Dollar in Bitcoin aus. Im ganzen Land wurden Bitcoin-Automaten aufgestellt. Händler, die über die technische Infrastruktur verfügten, wurden per Gesetz verpflichtet, Bitcoin zu akzeptieren. Und wer Steuern zahlen wollte – konnte das fortan auch in der Kryptowährung tun. Als Krönung des Ganzen kündigte Bukele ein Mega-Projekt an, das selbst seine wohlwollendsten Bewunderer zum Staunen brachte: die „Bitcoin City“. Eine ganze Stadt sollte am Fuße des Vulkans Conchagua entstehen, versorgt von geothermischer Energie, bevölkert von Krypto-Firmen aus aller Welt, finanziert durch eine Milliarden-Dollar-Staatsanleihe, die sogenannte „Volcano........

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