Dieses Kreuzberg gibt es nicht mehr – ein Fotoband bewahrt seine Welt
Seine Bilder sind aus der Ikonografie Kreuzbergs nicht wegzudenken: Die Rede ist von dem Fotografen Wolfgang Krolow, der auf der ganzen Welt fotografiert hat, aber vor allem in diesem Berliner Bezirk, er begann in den 70er-Jahren. Wolfgang Krolow wurde nur 69 Jahre alt. Die letzte Zeit seines Lebens saß er nach einem Schlaganfall im Rollstuhl. Als er 2019 starb, gab es nur knappe Meldungen in Berliner Medien.
„Kreuzberg die Welt“ heißt der im Verlag Assoziation A erschienene Band mit Wolfgang Krolows Fotografien, auch bisher nicht veröffentlichten, alle schwarz-weiß. Es ist eine Werkschau, die seine Bedeutung unterstreicht, es ist eine Zeitreise. Denn es sind vor allem Aufnahmen aus den 70er- und 80er-Jahren, die der Band versammelt.
Es war die Zeit, in der Kreuzberg direkt an der Mauer lag, in ihrem Schatten, wie es so schön hieß. Es war das Kreuzberg, in dem man mit Kachelöfen heizte, viele Wohnungen kein Bad hatten und die Toilette sich auf der halben Treppe befand. Es gab Leerstand und düstere Hinterhöfe. Dieses Kreuzberg gibt es nicht mehr.
Wer war Wolfgang Krolow? Geboren wird er 1950 in der Nähe von Kaiserslautern, er bricht die Schule kurz vor dem Abi ab, will nach Indien. Es ist die Zeit des Hippie-Trails, nur an das Ziel gelangt er nie. Im Irak wird er wegen Spionage verhaftet, wie Reiner Wendling, einer der Herausgeber des Bandes, schreibt.
Wolfgang Krolow hatte die Leichen hingerichteter Regimegegner fotografiert, kommt in........
