Moskau betont wirtschaftlichen Charakter der Brics – Seemanöver vor Südafrika sorgt für Diskussionen
Die Brics-Staatengruppe wird nach Angaben Russlands nicht zu einem Militärbündnis ausgebaut. Der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Tass, Brics sei „kein Militärbündnis und keine Organisation für kollektive Sicherheit mit kollektiven Verteidigungsverpflichtungen“. Entsprechende Pläne für eine Umwandlung gebe es nicht.
Rjabkow äußerte sich damit zum jüngsten Marinmanöver „Will for Peace 2026", das vom 9. bis 16. Januar vor der Küste Südafrikas stattfand. Daran nahmen unter anderem China, Russland, Südafrika, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate teil. Der russische Diplomat betonte jedoch, die beteiligten Brics-Mitglieder hätten als „souveräne Nationen“ teilgenommen. Es habe sich nicht um eine offizielle Brics-Veranstaltung gehandelt.
Auf die Frage, ob Brics Handelsschiffe seiner Mitglieder vor Angriffen schützen könne, verwies Rjabkow auf fehlende gemeinsame Mechanismen. Die Gruppe verfüge über keine kollektiven Instrumente für diesen Zweck – „außer der Verbesserung der Logistik und der Gewährleistung eines besseren Schutzes vor Sanktionen“. Die Sicherheit müsse „auf andere Weise“ gewährleistet werden.
Marinmanöver unter chinesischer Führung
Das Manöver vor Südafrika stand unter operativer Führung Chinas. Offiziell ging es um maritime Sicherheit, den Schutz von Schifffahrtsrouten sowie Anti-Piraterie-Übungen. Dabei wurde unter anderem die Befreiung eines gekaperten Handelsschiffs simuliert.
International löste die Übung Diskussionen aus. Beobachter werteten sie als Test, wie weit sicherheitspolitische Zusammenarbeit innerhalb der erweiterten Brics-Gruppe politisch tragfähig ist. Es handelte sich um das erste Manöver unter dem sogenannten „Brics-Plus"-Banner.
Allerdings beteiligten sich nicht alle Mitgliedstaaten. Indien blieb der Übung fern und erklärte, es habe sich nicht um eine institutionalisierte Brics-Aktivität gehandelt. Auch südafrikanische Analysten betonten, mehrere Mitglieder hätten das Manöver nicht als offizielles Format der Staatengruppe betrachtet.
Kritik an iranischer Beteiligung
Die Teilnahme Irans führte in Südafrika zu innen- und außenpolitischer Kritik. Berichten zufolge bat Pretoria Teheran zeitweise, nur als Beobachter teilzunehmen. Dennoch liefen iranische Schiffe mit aus, was eine Untersuchung auslöste und die Beziehungen zu den USA zusätzlich belastete.
Brics hat sich seit 2024 um mehrere Staaten erweitert, darunter Ägypten, Äthiopien, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien. Der 17. Brics-Gipfel fand im Juli 2025 in Rio de Janeiro statt und befasste sich mit globaler Governance und institutioneller Weiterentwicklung – nicht jedoch mit militärischer Kooperation. Der nächste Gipfel ist für 2026 in Indien geplant.
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