Trotz neuem Logo ohne vier Ringe: Elektroauto von Audi floppt in China
Der deutsche Autobauer Audi hat im Januar nur 420 Fahrzeuge seines Elektroauto-Modells E5 Sportback in China verkauft. Das berichtet das Fachmedium Carnews China am Dienstag. Und das, obwohl Audi zur Verbesserung seines Images extra eine Submarke mit neuem Logo auf den chinesischen Markt gebracht hat – ohne die vier ikonischen Ringe.Die neuen Audi-Modelle in China treten seit dem vergangenen Jahr mit dem Schriftzug „AUDI“ auf, alles in Großbuchstaben. Mit dem neuen E5 Sportback wollte die VW-Tochter die schleppende Nachfrage in der Volksrepublik neu ankurbeln – offenbar ohne Erfolg: Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge warnen selbst eingefleischte Fans des exklusiv in China erhältlichen Autos vor einer Reihe von Problemen. „Das Infotainmentsystem ist aber noch völlig unausgereift und voller Fehler“, sagte ein Ingenieur aus Shanghai zu Bloomberg.
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Laut Carnews China konnte Audi seit der Markteinführung im August 2025 bis heute nur 7070 Fahrzeuge des extra für den chinesischen Markt entwickelten Modells verkaufen. Zu Beginn wurde das Modell zu Preisen zwischen 235.900 und 319.900 Yuan (etwa 29.550 bis 40.070 Euro) ausgeliefert. Angesichts der enttäuschenden Nachfrage bietet Audi den E5 Sportback derzeit allerdings mit einem Rabatt von 30.000 Yuan (rund 3750 Euro) an. Damit sinkt der Einstiegspreis des Modells auf 205.900 Yuan (umgerechnet etwa 25.500 Euro).
Der chinesische Ingenieur erklärte auf Anfrage von Bloomberg, er finde das Design des Audi E5 Sportback zwar „wirklich toll“. Doch es gebe zahlreiche Fehler in der Software. Die Klimaanlage schalte sich jedes Mal standardmäßig ein, wenn er den Wagen starte, sagte er. Außerdem reagierten die Fahrerassistenzsysteme im Stadtverkehr zu langsam, sodass er Autobahnausfahrten verpasse.
Experte warnt: Audi und Co. haben kaum Chancen in China
China gilt neben den USA als größte Baustelle für Audi. Im vergangenen Jahr gingen die weltweiten Absatzzahlen des Ingolstädter Autobauers um 2,9 Prozent auf 1.623.551 Millionen verkaufte Fahrzeuge zurück. In China sank Audis Absatz trotz der neuen Modelle aus dem Joint Venture mit SAIC und dem neuen Logo ohne die vier Ringe um fünf Prozent auf 617.000 Fahrzeuge. Der Wettbewerb auf dem chinesischen Elektromarkt gilt als besonders hart.
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Doch während die deutschen Autobauer zunehmend schwächeln, erleben heimische Hersteller wie BYD, Xiaomi oder Geely seit mehreren Monaten einen wahren Verkaufsboom – allerdings auch dank großer staatlicher Subventionen. Laut Branchendaten entfielen 2025 rund zwei Drittel der Pkw-Verkäufe im chinesischen Einzelhandel auf sie, verglichen mit weniger als 40 Prozent fünf Jahre zuvor.
„Der Markenwert deutscher Premiummarken in China hat sich viel schneller abgebaut als erwartet“, sagte Matthias Schmidt, Gründer von Schmidt Automotive Research, auf Anfrage von Bloomberg. „Die Verbraucher dort kaufen zunehmend lokale Marken, und es besteht die berechtigte Sorge, dass diese Umsätze nicht wieder aufleben werden.“Haben Sie Feedback? Schreiben Sie uns gern! briefe@berliner-zeitung.de
