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Was treibt die Künstlerinnen und Künstler von FLINTA* an?

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19.04.2026

In ihrem „Berliner Tagebuch“, erschienen im Klak-Verlag, versammelt die rumänische Autorin Ioana Casapu Essays über das Leben hier – zwischen Fremdheit und Dazugehören. Diese Erfahrung verbindet sie mit anderen Künstlerinnen und Künstlern, für deren Sichtbarkeit sie die Initiative FLINTA* Literatur gegründet hat. Gleich zwei Veranstaltungen gibt es in den kommenden Tagen. Was wollen Sie da zeigen, Frau Casapu?

Ioana Casapu: Berlin ist Ankunftsort zahlreicher immigrierter Künstler:innen – darunter Frauen, nichtbinäre und trans Personen. Themen wie Identität, Migration und Integration sowie Selbst- und Fremdbestimmung beschäftigen viele von ihnen. Fragen der Geschlechtergerechtigkeit und der Neuerfindung der Elternrolle kommen hinzu, auch der Umgang mit Machtverhältnissen in Beziehungen und am Arbeitsplatz. Die Reflexion all dieser eng mit der eigenen Biografie verbundenen Themen eint sie und offenbart zugleich Unterschiede in der künstlerischen Verarbeitung, der Herangehensweise und der individuellen Ästhetik.

Im Bewusstsein der engen Verbindung zwischen Migration und literarischer Entwicklung in Berlin spiegelt die kuratorische Auswahl des Veranstaltungsprogramms diese dynamischen Strömungen und überregionalen Bewegungen wider, die die Gesellschaft prägen.

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In unseren Veranstaltungen ist Literatur zugleich intimer Reflexionsraum und Instrument für politisch-sozialen Aktivismus, künstlerisches Medium und Kommunikationsversuch über gesellschaftliche Barrieren hinweg. Literatur ist aber vor allem eines: ein Möglichkeitsraum für Austausch und Begegnungen jenseits von Schubladendenken und Ausschlussmechanismen. Sie provoziert Gespräche über Inklusion, Vielfalt und Zugehörigkeit in einer offenen Gesellschaft, erlaubt respektvoll zu streiten und Toleranz zu leben.

Auf der Bühne sprechen an beiden Abenden sowohl renommierte internationale Autor:innen und Übersetzer:innen als auch deutsche Künstlerinnen und Künstler. So wollen wir ein Gleichgewicht zwischen etablierten Positionen, aktuellen Entdeckungen sowie experimentellen und weniger bekannten Werken fördern. Denn unsere Überzeugung ist, dass Literatur gleichermaßen Lebensmittel für Kunstschaffende wie für das Publikum ist.

Literaturnacht. 24.4., in englischer Sprache. Kultursalon. 26.4., in mehreren Sprachen. Jeweils ab 20 Uhr, Lettrétage, Veteranenstr. 21, Eintritt frei


© Berliner Zeitung