«Ein Moment, den ich bis heute nicht vergessen habe»: Eine Osternacht in Südostasien
«Ein Moment, den ich bis heute nicht vergessen habe»: Eine Osternacht in Südostasien
Zwischen Bali und Flores überfällt Kirchenratspräsident Pascal Gregor auf hoher See plötzlich die Sehnsucht nach der Osternacht. Ein unvergesslicher Moment zwischen Himmel und Meer.
Fern der Heimat und doch ein Ort unerwarteter spiritueller Momente
Während einer Weltreise führte mich mein Weg über Bali und die Gili-Inseln weiter nach Lombok und schliesslich nach Sumbawa. Es war Karfreitag, doch auf der mehrheitlich muslimischen Insel war davon nichts zu spüren.
Ich reiste weiter auf einem einfachen Einheimischenschiff in Richtung Flores, hinaus aufs offene Meer. Und dort, zwischen Himmel und Wasser, traf mich etwas völlig Unerwartetes: eine tiefe Sehnsucht nach der Osternacht. Nach diesem vertrauten Ritual, das ich von zu Hause kenne – wenn in Wohlen um neun Uhr die Osterkerze entzündet und in die dunkle Kirche getragen wird. Wenn dreimal «Lumen Christi» erklingt – und ein Raum voller Licht und Hoffnung entsteht.
Mir wurde klar: Ich will das nicht verpassen.
Zum Glück hatte ich auf See gerade noch Handyempfang. Ich rief kurzerhand einen Benediktinerpater in der Schweiz an. Er verstand sofort – und organisierte mir den Kontakt zu einer kleinen Missionsstation auf Flores. Nach einer abenteuerlichen Weiterreise in die Berge erreichte ich sie tatsächlich rechtzeitig zur Osternacht. Und durfte sie dort, fern von zu Hause und doch ganz nah am Kern des Glaubens, mitfeiern. Ein Moment, den ich bis heute nicht vergessen habe.
