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Wie wir uns erfolgreich einreden, Hochdeutsch sei eine Fremdsprache

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30.03.2026

Wie wir uns erfolgreich einreden, Hochdeutsch sei eine Fremdsprache

Wie steht die Schweizer Bevölkerung zur Sprache des nördlichen Nachbarn? Darüber schreibt der Zofinger Adrian Leemann, Professor für Deutsche Soziolinguistik an der Universität Bern, in dieser Kolumne.

Im Alltag fühlt sich Hochdeutsch für viele vertraut an.

Im Schweizer Alltag wechseln wir je nach Situation ganz selbstverständlich zwischen Dialekt und Hochdeutsch. Doch wie erleben wir dieses Verhältnis? Ist Hochdeutsch für uns eine Fremdsprache, ähnlich wie Englisch oder Französisch?

Darüber wird seit Jahrzehnten diskutiert. Fachleute sprechen teilweise von «asymmetrischer Zweisprachigkeit» (wir hören und lesen Hochdeutsch öfter, als wir es sprechen). Andere Linguistinnen und Linguisten etablierten hingegen den Begriff der «Sekundärsprache»: Hochdeutsch sei weder unsere Erstsprache noch völlig fremd, da wir es in der Schule lernen und tagtäglich als Lese- und Schreibsprache nutzen. Wiederum andere sehen Hochdeutsch wegen der emotionalen Distanz gar als Fremdsprache.

In einer neuen Studie haben Selma Vonlanthen, Florian Busch und ich dazu rund 400 Personen........

© Aargauer Zeitung