menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Ausgeliefert am Gyn-Stuhl

16 0
03.06.2026

In diesem Text geht es um (sexuelle) Grenzüberschreitungen, medizinische Übergriffe und psychische Belastungen. Der Inhalt kann belastend wirken. Eine Liste mit Unterstützungseinrichtungen findest du am Ende des Textes.

Eine gynäkologische Untersuchung: Man schiebt den Termin vor sich her, verschiebt ihn, ignoriert die Erinnerungsnachricht, die man erhält, wenn der letzte Besuch schon länger her ist. Nicht, weil man nicht weiß, wie wichtig Vorsorge ist, sondern weil man weiß, wie verletzlich man sich auf diesem Stuhl fühlt. Denn selbst in der besten Praxis bleibt der Gang zur Gynäkologin oder zum Gynäkologen für viele ein Moment, in dem man Kontrolle abgibt. Und manchmal wird genau diese Verletzlichkeit ausgenutzt.

Kennst du schon?: „Ich habe keine Hoffnung. Nur Wut.“

Regelmäßige gynäkologische Untersuchungen sind die Basis zur Vermeidung oder frühzeitigen Behandlung von Krankheiten: Umso mehr sollte es die grundlegende Voraussetzung sein, dass solche relevanten und hochsensiblen Behandlungen mit Einverständnis und Empathie verlaufen. In dieser Geschichte wird sich zeigen, dass das nicht immer der Fall ist.

Als sich vor ein paar Monaten eine Betroffene an die WZ wendete, wurde schnell klar: Es ist kein Einzelfall. Nach einigen Gesprächen zeigt sich, wie viele Frauen und Teenagerinnen ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Manche sprechen zum ersten Mal darüber, andere haben das Erlebte jahrelang verdrängt, heruntergespielt und als „nicht so schlimm“ abgetan. Folgende Aussagen stammen von Frauen, die heute über ihre Erfahrungen sprechen wollen.

„Warum melden die das nicht einfach?“

Fälle wie diese kann man bei verschiedenen Beratungsstellen melden. Theoretisch. Sätze, die in den geführten Interviews immer wieder fallen,........

© Wiener Zeitung