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Warum die Energiewende in Altbauten stockt

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21.09.2026

Die Energiewende in Altbauten stockt wegen hoher Umbaukosten, fehlender Anreize für Eigentümer:innen und komplizierter Förderstrukturen.

Mieter:innen profitieren zwar von neuen Heizsystemen, müssen aber oft aufwendige Bauarbeiten dulden und haben mitunter wenig Einfluss auf die Umsetzung.

Ohne gesetzliche Anpassungen und bessere Förderungen bleibt der Austausch fossiler Heizungen in vielen Gründerzeithäusern unwahrscheinlich.

In Österreich sind seit 2023 fossile Heizsysteme in Neubauten verboten.

Bis 2040 müssten rund 700.000 Gasheizungen ersetzt werden, ein großer Teil davon in sehr alten Häusern.

Nur 1,3 % aller Hauptwohnsitze sind von gedeckelten Altmietverträgen betroffen.

Der Mietrichtwert in Wien beträgt 6,74 Euro pro Quadratmeter.

Die Energiewende in Altbauten stockt wegen hoher Umbaukosten, fehlender Anreize für Eigentümer:innen und komplizierter Förderstrukturen.

Mieter:innen profitieren zwar von neuen Heizsystemen, müssen aber oft aufwendige Bauarbeiten dulden und haben mitunter wenig Einfluss auf die Umsetzung.

Ohne gesetzliche Anpassungen und bessere Förderungen bleibt der Austausch fossiler Heizungen in vielen Gründerzeithäusern unwahrscheinlich.

In Österreich sind seit 2023 fossile Heizsysteme in Neubauten verboten.

Bis 2040 müssten rund 700.000 Gasheizungen ersetzt werden, ein großer Teil davon in sehr alten Häusern.

Nur 1,3 % aller Hauptwohnsitze sind von gedeckelten Altmietverträgen betroffen.

Der Mietrichtwert in Wien beträgt 6,74 Euro pro Quadratmeter.

Mitten im Sommerurlaub hat Selina ein Anruf kalt erwischt: „Anfang August hatte ich plötzlich die Polizei am Telefon, die unsere Wohnungstür aufbrechen wollte, weil niemand aufgemacht hat“, erzählt die 27-jährige Studentin, die in einer WG in einer Wiener Altbauwohnung wohnt. Wegen eines Gaslecks im Haus musste sich die Polizei vergewissern, dass niemand bereits bewusstlos in der Wohnung lag. Das fossile Heizsystem ist also nicht nur schlecht fürs Klima, sondern birgt auch noch andere Gefahren.

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Selina konnte nach dem Anruf der Polizei gerade noch rechtzeitig ihre Mitbewohnerin Helena (29) erreichen, die mit dem Wohnungsschlüssel ins Haus eilte und so die Tür retten konnte. „Ich bin dann mit dem Mann vom Gaswerk in die Wohnung hineingegangen, der alles überprüft hat“, berichtet Helena, die dabei gleich die nächste böse Überraschung erlebte: Der Gasherd, bei dem schon länger ein Knopf nicht richtig funktionierte, wurde sofort gesperrt, weil jederzeit Gas hätte austreten können – ein lebensgefährliches Risiko. Außerdem wurde bei der Therme im Badezimmer ein Riss im Abzugsrohr festgestellt.

Fast vier Wochen lang konnten die WG-Bewohnerinnen nicht kochen, bis sie vom Vermieter einen neuen Gasherd bekamen. Immerhin war nach ein paar Tagen wieder warm duschen möglich, sobald die kaputte Gasleitung im Haus getauscht war. „Aber es ist halt schon ein etwas mulmiges Gefühl, wenn man weiß, dass der Abzug undicht ist“, sagt Selina. Auf diese Reparatur warten die WG-Bewohnerinnen noch.

Zwei Wochen ohne warmes Wasser

Katharina ging es ähnlich. Auch in ihrem Wohnhaus gab es Ende August ein Gasleck, sodass die 31-Jährige zwei Wochen lang ohne Gasversorgung war – und damit ohne warmes Wasser. „Zum Glück ist es nicht im Winter passiert“, sagt sie. Wäre ihre Neubauwohnung im Dachausbau eines Altbaus nicht schon 2017 errichtet worden, sondern erst 2023, wäre ein Gasleck für Katharina gar kein Thema gewesen. Denn seit drei Jahren sind in Österreich im Rahmen der Klimaschutzgesetzgebung fossile Heizsysteme in Neubauten verboten. Bis 2040 sollen sie auch aus den Altbauten verschwinden, um die angestrebte Klimaneutralität zu erreichen. Dieses Ziel wurde im Erneuerbaren-Wärme-Gesetz festgeschrieben. Doch ob tatsächlich innerhalb der nächsten 15 Jahre österreichweit rund 700.000 Gasheizungen ersetzt werden, ist mehr als fraglich. Denn ein großer Teil davon ist in den gut 15.000 Wiener Gründerzeithäusern (Baujahr 1850 bis 1918) installiert. Und deren Eigentümer:innen haben persönlich nichts von einem Austausch.

Die einfache Rechnung lautet: Wer vermietet, muss die Heizung finanzieren – wer mietet, profitiert im Idealfall von geringeren Heizkosten durch die Umstellung. Und während idealistische Eigentümer:innen das notwendige Geld in die Hand nehmen und sich um Förderungen bemühen, um ihre mehr als ein Jahrhundert alten Gebäude in eine klimaneutrale Zukunft zu führen, verweisen andere im Gespräch mit der WZ auf den Extremfall, in dem sehr hohe Umbaukosten auf niedrige Einnahmen durch gedeckelte Altmietverträge treffen. Das ist allerdings nur bei etwas mehr als 1,3 Prozent aller Hauptwohnsitze der Fall, relativiert Martin Orner,........

© Wiener Zeitung