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Iran-Eskalation: Mögliche Folgen für unsere Wirtschaft

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02.03.2026

Die Eskalation im Iran führt zu Unsicherheit und könnte weitreichende wirtschaftliche Folgen haben.

Angriffe auf die Straße von Hormus stören den Öltransport, was zu steigenden Öl- und Goldpreisen führt.

Höhere Energiepreise könnten die Inflation erhöhen und das Wirtschaftswachstum in Österreich um 0,1 Prozent senken.

20 % des globalen Öl- und Gasbedarfs werden täglich durch die Straße von Hormus transportiert.

Brent-Ölpreis stieg um 9 % auf 79,4 US-Dollar pro Barrel.

OPEC+ hebt Ölproduktion ab April um 0,2 % des globalen Bedarfs an.

Österreich: 37 % des importierten Erdöls zu Diesel, 22 % zu Benzin verarbeitet.

Die Eskalation im Iran führt zu Unsicherheit und könnte weitreichende wirtschaftliche Folgen haben.

Angriffe auf die Straße von Hormus stören den Öltransport, was zu steigenden Öl- und Goldpreisen führt.

Höhere Energiepreise könnten die Inflation erhöhen und das Wirtschaftswachstum in Österreich um 0,1 Prozent senken.

20 % des globalen Öl- und Gasbedarfs werden täglich durch die Straße von Hormus transportiert.

Brent-Ölpreis stieg um 9 % auf 79,4 US-Dollar pro Barrel.

OPEC+ hebt Ölproduktion ab April um 0,2 % des globalen Bedarfs an.

Österreich: 37 % des importierten Erdöls zu Diesel, 22 % zu Benzin verarbeitet.

Auch wenn die wirtschaftliche Bedeutung des Iran vor allem für Europa in den vergangenen Jahren abgenommen hat, kann eine Eskalation spürbare Folgen haben, wie wir schon im Juni 2025 dargelegt haben. Durch den Angriff Israels und der USA Ende Februar können diese nun weitreichender sein als noch vor Monaten angenommen. Vor einem möglichen Regimewechsel herrscht Unsicherheit – und diese ist nicht nur in der Bevölkerung und der Politik, sondern auch in der Wirtschaft zu spüren.

Mehr für dich: Wer für Österreich kämpfen würde

Kritische Strecke für die Energieversorgung

Auch wenn die Rolle des Iran als Ölexporteur durch internationale Sanktionen in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, hat das Land für die globale Ölversorgung einen hohen Stellenwert. Denn die Straße von Hormus, eine wichtige Transportstrecke, liegt in der Region. Rund 20 Prozent des globalen Öl- und Gasbedarfs werden täglich hier transportiert. Am Wochenende wurden mehrere Schiffe auf der Straße von Hormus attackiert. Der Transportweg ist zwar noch nicht offiziell gesperrt, dennoch kam der Verkehr nach den Angriffen nahezu zum Stillstand. Das Ölkartell OPEC+ hat als Maßnahme angekündigt, die Ölproduktion ab April um 0,2 Prozent des globalen Bedarfs anzuheben. Analyst:innen zufolge ist das jedoch zu wenig, um die Märkte zu beruhigen.

Diese Angst vor Versorgungsproblemen spiegelte sich zum Wochenstart auf den Finanzmärkten wider. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent stieg um rund 9 Prozent auf 79,4 US-Dollar (67,81 Euro). Sollte die Straße von Hormus langfristig blockiert sein, könnte der Preis Schätzungen zufolge auf mehr als 100 Dollar pro Barrel steigen. Selbst Staaten, die ihr Öl und Gas über andere Transportstrecken beziehen, bekommen die Preissteigerungen also zu spüren. Und wie so oft bei geopolitischen Eskalationen steigt auch diesmal der Goldpreis spürbar.

Höhere Inflation und weniger Wirtschaftswachstum

Steigende Ölpreise bedeuten, dass Energie wieder teurer wird. Das hat auch Konsequenzen für Länder, die nicht direkt in den Konflikt im Nahen Osten involviert sind. In Österreich werden 37 Prozent des importierten Erdöls zu Dieselkraftstoffen und 22 Prozent zu Benzin weiterverarbeitet. Ein langfristiger Anstieg des Ölpreises würde sich also an den Zapfsäulen bemerkbar machen und könnte die Inflation wieder nach oben treiben. Laut Schätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts Österreich und des Instituts für Höhere Studien könnte das heimische Wirtschaftswachstum durch den Iran-Konflikt um 0,1 Prozent sinken.

Wie stark sich der Krieg im Nahen Osten auf die globale und die heimische Wirtschaft auswirken wird, ist derzeit aber noch kaum abzuschätzen. Der Angriff auf den Iran könnte laut US-Präsident Donald Trump bis zu vier Wochen dauern. Am heutigen Montag weitete sich die Eskalation auf den Libanon aus. Die Angriffe könnten also noch weiter reichen und damit auch noch mehr wirtschaftliche Folgen haben.

Elisabeth Oberndorfer schreibt jede Woche eine Kolumne zum Thema Ökonomie. Alle Texte findet ihr auch in ihrem Autor:innenprofil.

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Durch den Angriff der USA und Israel auf den Iran kam es Ende Februar beinahe zum Stillstand des Öltransports durch die Straße von Hormus.

Eine längerfristige Blockade der Transportstrecke könnte zu Versorgungsproblemen führen, und diese Angst treibt den Ölpreis in die Höhe.

Dies könnte wiederum die Spritpreise in Österreich steigen lassen und somit zu einer höheren Inflation führen.

Auch das Wirtschaftswachstum könnte durch den Nahostkonflikt leicht negativ beeinflusst werden.

BBC: Oil prices rise after ships attacked near Strait of Hormuz

Reuters: OPEC+ agrees modest oil output boost even as US war on Iran disrupts shipments

Bloomberg: Key Things to Know About the US-Israel Conflict With Tehran

WKO: Branchenreport Mineralölindustrie 2024/2025

ORF: Pressestunde mit Fiskalratspräsident Christoph Badelt

Euronews: Trump says Iran war may last ‘four weeks or less’ as strikes escalate

Das Thema in anderen Medien

Standard: Wie der Krieg im Iran die Wirtschaft in Österreich treffen kann


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