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Von Mazan bis Marchtrenk: männliche Gewalt ist überall

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29.09.2026

Als der Fall Pelicot Anfang 2024 durch die Medien ging, zeigte sich die weltweite Öffentlichkeit bestürzt bis fassungslos. In Kommentarspalten, in persönlichen Gesprächen und in so mancher Medienberichterstattung lautete der Ergriffenheitstenor: Wie kann ein Mann einer Frau so etwas antun? Wie kann ein Mann seiner eigenen Ehefrau so etwas antun? Wie können zig, hunderte Männer mitmachen? Und überhaupt: welche Monster würden so etwas tun?

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Während also auf der einen Seite die patriarchatsblinde Erzählung verbreitet wurde, es handle sich bei den Tätern um seltene und abnorme Unmenschen, Unmänner eigentlich, um abscheuliche Bestien, und bei all der öffentlich gewordenen Gewalt gegen Gisèle Pelicot um einen absoluten Ausnahmefall, sagten wir Feministinnen von Anfang an: Nichts davon ist wahr. Was Gisèle Pelicot angetan wurde, wurde bereits zahlreichen anderen Frauen angetan – von Männern, insbesondere von Männern, die ihnen nahestanden. Es wird jetzt gerade zahlreichen Frauen angetan – in Frankreich, in Österreich und überall sonst auf der Welt.

Wir würden übertreiben, wurde uns daraufhin an den Kopf geworfen, wir wären völlig irre, solche Bestien als ganz normale Männer zu bezeichnen, so etwas wie Pelicot käme schließlich kein zweites Mal vor. Vorgeworfen wurde also ausgerechnet jenen Frauen, die nicht nur selbst – als Frauen wie alle Frauen – eigene Erfahrung mit männlicher Gewalt gemacht haben und machen, sondern die sich darüber hinaus seit Jahren oder Jahrzehnten mit männlicher Gewalt auseinandersetzen und die über diese Gewalt schreiben, die Opfer betreuen, sie vor Gericht vertreten, die sich in Organisationen oder als Aktivistinnen starkmachen, sie würden mit der informierten Beobachtung, dass männliche Gewalt nun mal täglich und überall stattfinde und durch ganz normale Männer, Männerhass oder unzulässige Verallgemeinerungen verbreiten.

Allgemeine Verbreitung

Wie allgemein verbreitet genau die Form männlicher sexueller Gewalt an Frauen ist – und das nicht nur in Erzählungen hysterischer Feministinnen, sondern in der tatsächlichen Lebensrealität von Frauen überall – wurde in der Zwischenzeit mehrfach offensichtlich.

Im Dezember 2024 deckten die NDR-Journalistinnen Isabell Behr und Isabell Ströh ein Vergewaltiger-Netzwerk auf, in denen Männer in Telegram-Gruppen Tipps darüber austauschten, wie sie ihre Ehefrauen, Partnerinnen, Töchter, Freundinnen, Schwestern betäuben und vergewaltigen könnten. Sie tauschten Fotos und Videomaterial aus, und stachelten sich gegenseitig zu diesen Verbrechen an. In nur einer dieser Telegram-Gruppen befanden sich über 70.000 Mitglieder aus dem deutschsprachigen Raum.

Im März 2026 enthüllte die CNN ähnliche Netzwerke im englischsprachigen Raum: Telegram-Gruppen, Online-Foren und die Porno-Plattform motherless, auf der die Journalistinnen über 20.000 Videoaufzeichnungen von........

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