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Warum Trumps Iran-Friedensplan nach Verzweiflung riecht

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25.03.2026

Ein 15-Punkte-Plan für Frieden im Iran von Donald Trump? Was sich an der Oberfläche ermutigend anhören könnte – rund vier Wochen nach Ausbruch dieses strategisch miserabel vorbereiteten Angriffs –, entpuppt sich als Fortsetzung der Wurstelei eines irrlichternden US-Präsidenten. Angesichts durchweg schlechter Militär-Optionen zur Beendigung des Konflikts will Trump nur noch eines: raus. Dafür kreiert er sogar Verhandlungen, die (noch) gar nicht stattgefunden haben.

Daraus spricht die Verzweiflung. Teheran, nicht er, hat die besseren Karten. Dennoch kommt der von den USA vorgelegte Katalog von Maximalforderungen dem Verlangen nach Kapitulation der Mullahs gleich. Ein Fehler.

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Teheran braucht Garantien – Trump kann nicht liefern

Denn der Iran betrachtet sich nicht als besiegt. Im Gegenteil. In einem Zermürbungskrieg, in dem er mit kostengünstigen Drohnen immensen Schaden anrichten kann, wird sich das laut US-Geheimdiensten intakte Regime keine Nachkriegsrealität aufzwingen lassen, die man schon vor den ersten US-Bomben nie akzeptiert hätte.

Aus Teherans Sicht muss ein akzeptables Ergebnis bei etwaigen Verhandlungen Garantien gegen künftige Angriffe, Entschädigungszahlungen, die Aufrechterhaltung seiner Raketen- und Atomprogramme und die Kontrolle über die Straße von Hormus beinhalten. Trump kann da, selbst wenn er wollte, nicht mitgehen. 

Was nun? Am Ende könnte ein Placebo-Abkommen stehen, das es ihm ermöglicht, den Krieg als siegreich für beendet zu erklären, ohne dass etwas wirklich gelöst wäre. Dann wäre Iran auf dem Weg, das zu tun, was schon die Taliban in Afghanistan mit den USA gemacht haben. Sie haben sie überdauert.


© WAZ