Berlins Sicherheitspolitik im Realitäts-Check
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Berlins Sicherheitspolitik im Realitäts-Check
21. Oktober 2026 | Oliver Rolofs
Gas aus Baku, Technik aus China: Deutschland braucht Partner – und eine Definition von Interessen, die seine Sicherheit stärken.
Energieversorgung, Spionageabwehr und kritische Infrastruktur: Deutschlands Geschäfte mit schwierigen Partnern berühren zentrale Sicherheitsinteressen. Im Umgang mit Aserbaidschan, Russland und China fehlt es jedoch an einer erkennbar einheitlichen Linie.
Wer Deutschland mit Energie versorgt, Zugang zu seiner Infrastruktur erhält oder Schlüsseltechnologien liefert, berührt auch seine Sicherheit. Bei Geschäften mit schwierigen Partnern muss Berlin deshalb abwägen, welche Zusammenarbeit die eigene Handlungsfähigkeit stärkt und wo neue Abhängigkeiten entstehen. Statt diese Interessen offen zu benennen, kritisiert die Politik Regierungen öffentlich, mit denen sie wenig später milliardenschwere Geschäfte abschließt.
Aserbaidschan: Energielieferant und Spionagevorwürfe
Zum Beispiel Aserbaidschan. Gegen den früheren BND-Präsidenten August Hanning erhebt die Bundesanwaltschaft schwerwiegende Vorwürfe. Er soll Medienberichten zufolge Informationen an den aserbaidschanischen Geheimdienst weitergegeben haben. Die Ermittlungen laufen, die Unschuldsvermutung gilt.
Doch schon der Verdacht wirft die Frage auf: Was ist Aserbaidschan für ein Partner, mit dem deutsche Unternehmen und Politiker Geschäfte machen, dem aber zugleich Interesse an deutschen Geheimnissen vorgeworfen wird?
Energieversorgung ist eine Sicherheitsfrage
Die Antwort liegt auch in der Erde. Die Kaukasusrepublik liefert Öl und Gas und soll künftig Wasserstoff nach Europa exportieren. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat das Land strategisch an Bedeutung gewonnen. Berlin und Brüssel hofieren Präsident Ilham Alijew als Partner bei der Diversifizierung ihrer Energieversorgung.........
