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Putins Paukenschlag: Das sind die 4 entscheidenden Fragen für den Ukraine-Frieden

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Putins Paukenschlag: Das sind die 4 entscheidenden Fragen für den Ukraine-Frieden

10. Mai 2026 | Ansgar Graw

Der Kreml-Chef hält ein Ende des Krieges für möglich, und er wünscht sich Gerhard Schröder als Unterhändler. Was wirklich hinter dem Vorstoß aus Moskau steckt

VON ANSGAR GRAW, Tegernsee

Putins Parade zum Sieg über das nationalsozialistische Deutschland fiel am Samstag aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen ungewöhnlich mickrig aus. Aber danach präsentierte der Kreml-Chef einen propagandistischen Paukenschlag: Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass sagte Putin mit Blick auf den in Moskau als „militärische Spezialoperation“ bezeichneten Ukraine-Krieg: „Ich denke, die Sache neigt sich dem Ende zu.“

Sogar Gespräche mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj hält Putin nunmehr für möglich. „Wer sich treffen möchte, der soll kommen. Er soll nach Moskau kommen, und wir werden uns treffen“, zitiert ihn die „Ukrainska Pravda“. Aber man könne sich „auch in einem Drittland treffen – allerdings erst, wenn endgültige Einigungen über einen Friedensvertrag erzielt wurden, der auf eine lange historische Perspektive ausgelegt sein muss.“ Auf die Frage nach einem möglichen EU-Vermittler nannte der Kreml-Chef den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als geeigneten Kandidaten. „Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen“, sagte er über seinen langjährigen Freund, der nach seiner politischen Karriere über viele Jahre für die russische Energiewirtschaft tätig war.

Zuvor hatte Donald Trump seine Bereitschaft bekundet, eine Delegation nach Moskau zu entsenden, um den Krieg zu beenden. Laut „Kyiv Post“ sagte der US-Präsident auf Fragen von Journalisten, ob er Unterhändler direkt in die russische Hauptstadt schicken würde: „Nun, das würde ich tun. Ich würde sehr gerne sehen, dass dieser Krieg beendet wird.“

Wichtig sind Putins exakte Worte

Putins jüngste Aussagen, den ein Kontakt mit Trump vorausgegangen sein mag, könnten den Beginn einer neuen Phase des Krieges markieren — oder lediglich den Versuch, diesen Eindruck zu erzeugen. In jedem Fall handelt es sich um ein politisches Signal mit mehreren Adressaten zugleich — an richtet sich an Washington, an Berlin, an die europäische Öffentlichkeit und nicht zuletzt an die Ukraine selbst.

Was will Putin wirklich? Wichtig sind seine exakten Worte. Er spricht nicht von Verhandlungen über einen Frieden, sondern von einem Treffen zur Besiegelung eines bereits........

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