Umgang mit Fremden: Eine unendliche Geschichte
Seit es Menschen gibt, waren sie in Bewegung. Sie suchten bessere Jagdgebiete, bessere Ackerflächen, bessere Höhlen, bessere klimatische Bedingungen. Manchmal waren sie vielleicht auch einfach neugierig darauf, was hinter dem Horizont liegt. Oder wurden wegen irgendeiner Fehde zwischen Sippen und Familien vertrieben. Nicht einmal vom Meer, von hohen Bergen und Kontinentalplatten ließ sich der Homo Sapiens aufhalten. In unserer europäischen DNA schlummern Afrika und Asien – und das seit Zehntausenden von Jahren.
Seit es Menschen gibt, gab es aber auch Kämpfe um Herden, Ackerland und Wohnräume. Zumal dann, wenn Fremde auftauchten, Eindringlinge, Sippen auf Wanderschaft. Die stellten eine Bedrohung dar – oder wurden zumindest so wahrgenommen. Manche Forscher sagen, das sei ein Erbe, das wir unseren tierischen Vorfahren verdanken: alles für den Schutz des Rudels, der Herde, der Rotte, der Kolonie! Fressen oder gefressen werden.
Dass Gott sich das beim Anbeginn der Schöpfung so nicht gedacht hat, davon spricht die Bibel an vielen Stellen. Aus guten Gründen, denn Israel, das Volk Gottes, hat in dieser Hinsicht viele Erfahrungen gemacht: als Fremde und mit Fremden.
Das beginnt schon in der Urgeschichte, bei Abraham. Bekanntlich ist der Stammvater aus dem fernen Ur in das gelobte Land eingewandert. Es wäre eine Illusion zu glauben, dass es leer war, als Abraham und seine große........
