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Drei sind keiner zu viel

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30.05.2026

Etwas mehr als ein Jahr ist Papst Franziskus nun tot und ich muss – bei aller Wertschätzung für seinen Nachfolger Leo – sagen: Ich vermisse ihn. Er hatte so eine Art, das Komplizierte manchmal einfach wegzulassen und auf den Kern der Sache zu kommen. Manchmal wurde ihm deshalb vorgeworfen, er sei – besonders im Vergleich zu seinem Vorgänger Benedikt XVI. – ein schlechter Theologe. Vielleicht war er aber auch nur ein Seelsorger.

Ein Beispiel dafür ist das, was er in einer Predigt am Dreifaltigkeitssonntag 2022 über die Trinität sagte, über die kluge Theologen ganze Regalmeter Bücher geschrieben haben und die Studierende in Dogmatik-Prüfungen immer noch in Schweiß ausbrechen lässt. Franziskus verweigerte sich der spekulativen Debatte und sagte stattdessen: „Das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit ist keine theologische Übung, sondern eine Revolution in unserem Denken.“ Denn Gott lebe uns vor, wie wir leben sollen – nicht einsam, sondern gemeinsam: „Gott, in dem jede Person – Vater, Sohn und Geist – in ständiger Beziehung zur anderen und nicht für sich selbst lebt, fordert uns auf, mit den anderen und für die anderen zu leben.“

Tatsächlich ist das christliche Gottesbild einzigartig: ein Gott, der in sich Gemeinschaft ist. Während Judentum und Islam betonen, dass Gott Einer ist, in sich ruhend und sich selbst genügend, glauben Christen an einen Gott der Beziehung, des Gesprächs – und........

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