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Mut zur Menschlichkeit

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03.06.2026

Nach langer Geheimhaltung war es am Pfingstmontag endlich so weit: Die erste Sozialenzyklika von Leo XIV. wurde vorgestellt. Anders als bei früheren Enzykliken fand die Präsentation nicht bei einer Pressekonferenz statt, sondern in der Synodenaula des Vatikans. Viele Kurienmitarbeiter waren anwesend, ebenso ausländische Diplomaten – und auch Medienvertreter.

Mit der Zeremonie unterstrich der Papst den hohen Anspruch seines Schreibens, den auch der Titel deutlich macht: Ihm geht es um nichts weniger als die Zukunft der Menschheit. „Magnifica humanitas“ – die von Gott geschaffene „großartige Menschheit“, sie will der Papst verteidigen.

Der erste Papst aus den USA, zugleich auch der erste im Digitalen beheimatete, hat sich eine Menge vorgenommen. Er schreibt an gegen die Nutzbarmachung von Daten, die er als neue Formen von Menschenhandel und Kolonialismus deutet. Er beklagt die Aufhetzung verfeindeter Lager durch Algorithmen, er wettert gegen Cybermobbing und Pornografisierung.

Dann nimmt er die Utopien jener Technologie-Propheten aufs Korn, die den Menschen mit seinen leiblichen und geistigen Begrenztheiten überwinden und ihn durch posthumane Mischwesen mit künstlicher Intelligenz und Robotik ersetzen wollen. Er scheut sich nicht, die Macht multinationaler Konzerne anzuprangern, in deren Händen sich........

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