„Mein Preis war Unfreiheit“
Ales Bjaljazki kommt sich ein bisschen verrückt vor. Lachend erzählt er, dass bei ihm manchmal „die Instinkte einsetzen“, wenn er einen Supermarkt betritt. Er wolle einfach alles kaufen, „weil es dort drinnen praktisch nichts gab“.
„Dort drinnen“ – das war die Strafkolonie in Belarus, in der er einsaß, ein Arbeitslager. Im Juli 2021 wurde Bjaljazki wegen Störung der öffentlichen Ordnung und angeblicher Steuerhinterziehung verhaftet. Menschenrechtsorganisationen sahen darin einen Vorwand. Sie erklärten Bjaljazki zu einem politischen Gefangenen, denn er unterstützte die Demokratiebewegung um Präsidentschaftskandidatin Swjatlana Zichanouskaja.
Im März 2023 wurde er erneut verurteilt: weitere zehn Jahre Haft wegen angeblichen Schmuggels und Störung der öffentlichen Ordnung. Dass ihm Monate zuvor in Abwesenheit der Friedensnobelpreis für seinen Einsatz für Menschenrechte in Belarus verliehen worden war, hielt das Gericht nicht davon ab.
In der Strafkolonie habe nicht nur seine Gesundheit gelitten, erzählt er. Als politischer Gefangener sei er von Informationen abgeschnitten gewesen: „Ich wusste kaum, was draußen geschieht. Im letzten Haftjahr habe ich nur einen einzigen Brief von meiner Frau erhalten. Nichts kam durch.“ Auch Pakete........
