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Die „ewige Queen“: Wie viel Mitschuld trägt Königin Elisabeth II.?

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20.04.2026

Unter alten Bäumen, am Eingang des St. James‘s Park, erhebt sich Königin Elizabeth II. – überlebensgroß. Spaziergänger bleiben stehen, zücken ihre Handys, andere stehen in kleinen Gruppen zusammen. Es ist der Entwurf eines Denkmals, das so oder so ähnlich zum Gedenken an die im September 2022 verstorbene Queen entstehen soll. Die Pläne – ebenso wie jene zu einer transparenten Brücke über den Parksee, – werden die Royals am 21. April in London begutachten, jenem Tag, an dem Elizabeth II. 100. Jahre alt geworden wäre. 

Eine große Ausstellung zeigt ihre Garderobe, ihre bunten Hüte und ihre Reitstiefel

Ihr erstgeborener Sohn, König Charles III., hat Medienberichten zufolge eine Rede verfasst, die noch einmal die Höhepunkte ihrer 70-jährigen Regentschaft nachzeichnet. In der King’s Gallery, einem Ausstellungshaus unweit des Buckingham-Palasts, können Besucher ihr Hochzeitskleid, bunte Hüte oder auch ihre Reiterstiefel aus nächster Nähe betrachten. Und Charles lädt jene Briten, die am selben Tag wie die Queen 100 werden, zu einem persönlichen Empfang in den Palast ein, Kuchen inbegriffen.

Es ist ein Versuch, die „ewige Queen“ noch einmal in all ihrer Strahlkraft sichtbar zu machen. Doch mit wachsendem historischen Abstand verschiebt sich der Blick, kritische Fragen kommen auf. Trug sie eine Mitverantwortung an den heutigen Problemen der Monarchie, insbesondere in der Causa Andrew? Und wurde aus ihrer größten Stärke – der konsequenten Zurückhaltung, dem „Never explain, never complain“ („Niemals erklären, niemals beklagen“) – am Ende auch eine Schwäche? Die Neubewertung ihres Erbes hat begonnen, und Königshaus-Experten sind sich keineswegs einig. 

In einer Woche hat das Land zwei Monarchen und zwei Premierminister erlebt

Dabei galt die Monarchin zum Zeitpunkt ihres Todes eigentlich als unantastbar – eine Konstante in einer Welt im Wandel. Und auch der Übergang von Elizabeth II. zu Charles III. lief bemerkenswert reibungslos. Viele hätten vorhergesagt, „dass nach dem Tod der Queen alles auseinanderfallen könnte“ und dass Charles „politische rote Linien überschreiten“ würde, obwohl er als Staatsoberhaupt zur Neutralität verpflichtet ist, sagt der Historiker und Royal-Biograf Robert Hardman, der ein neues Buch über die verstorbene Queen veröffentlicht hat. „Doch das ist einfach nicht passiert.“ Auch Elizabeths schneller, friedlicher Tod habe dazu beigetragen, dass der Wechsel ohne größere........

© Südkurier