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Sicherheit, Logistik, Übernachten: Stadt investiert 250.000 Euro ins Landesturnfest am Bodensee

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16.04.2026

Es ist die größte Breitensportveranstaltung des Landes Baden-Württemberg, die vom 13. bis 17. Mai in Konstanz ausgetragen wird: das Landesturnfest. 12.000 Sportler nehmen bei über 400 Wettkämpfen teil, tausende Besucher sind in der Stadt unterwegs, und 1200 freiwillige Helfer sowie 675 Vereine sind beteiligt. Ein enormer organisatorischer und logistischer Aufwand für die Stadt Konstanz.

Für die Austragung hat die Stadt 250.000 Euro im Haushalt 2025/26 als Sonderposten eingeplant, sagt Frank Schädler, Leiter des Amts für Bildung und Sport. „Und die werden wir auch brauchen“, sagt er. „Trotzdem ist es nicht selbstverständlich, dass der Gemeinderat uns auch das notwendige Mittel dafür bereitgestellt hat.“

Gemeinschaftsquartiere gehören zum Landesturnfest dazu

Seit rund zwei Jahren laufen die Vorbereitungen, gemeinsam mit dem Badischen Turner-Bund als Veranstalter. Als Ausrichter ist die Stadt vor allem für die Infrastruktur zuständig, also für die Bereitstellung der Sportstätten und der Schulen für die Übernachtungen sowie den Transport. „Infrastruktur und Transport sind in Konstanz eine besondere Herausforderung“, sagt Schädler.

Als eine der ersten Aufgaben im Frühherbst 2024 wurde die Übernachtung der Sportler in Schulen und Turnhallen organisiert, so Benedikt Rieker, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit beim Badischen Turner-Bund. Dafür gab es an jedem der 23 Übernachtungsquartiere einen Termin mit Schulhausmeister, Betreuungsverein und Schulleitung, wie Jana Fuchs, Projektleitung Landesturnfest beim Amt für Bildung und Sport sagt: „Wir haben uns zusammen das Gebäude angeschaut, davor gab es auch eine Begehung mit der Feuerwehr. Also wussten wir genau, in welches Klassenzimmer dürfen wir wie viele hineinlegen, sodass wir die Vorschriften auch einhalten.“

Hygieneschulung, Brandschutzunterweisung, das Anbringen von Rauchmeldern in jedem Klassenzimmer, wo die Sportler duschen – all das muss beispielsweise vorbereitet werden, bevor die Sportler dort ihr Nachtlager aufschlagen können. Insgesamt wurden 8500 Übernachtungsplätze geschaffen. Die anderen Sportler sind aus dem Kreis und pendeln, sagt Fuchs, einige verbringen die Nächte aber auch in Hotels oder auf Campingplätzen.

Für die Austragung des Landesturnfests sind neben der Stadt Konstanz, dem Badischen Turner-Bund und den Vereinen 1200 freiwillige Helfer am Werk. „Da werden wir 640 Schichten in verschiedenen Bereichen wie Logistik, beim Karten scannen oder bei der Getränkeausgabe haben“, erklärt Jana Fuchs. Freiwillige ab 16 Jahren können sich beim Helferportal der Internetseite des Landesturnfests melden. Die Vergütung beträgt 10 Euro je vier Stunden, zusätzlich gibt es Getränkebons sowie die Festkarte, die Zugang zu allen ticketfreien Veranstaltungen sowie die kostenfreie Nutzung der Busse garantiert.

Alle Sportgeräte werden begutachtet und bewertet

Auch die Konstanzer Turnhallen sowie die Schulen in Dettingen und Litzelstetten wurden gemeinsam inspiziert. Und vor allem jedes einzelne der vielen Sportgeräte. „Wir haben den Zustand beurteilt und aufgenommen, welche Geräte es in der jeweiligen Turnhalle gibt“, sagt Jana Fuchs. Weil die Geräte vor Ort nicht ausreichen, bestellt der Badische Turner-Bund noch zusätzliche Sportgeräte.

In einem Zentrallager am Bückle-Areal wird ab dem 8. Mai alles untergebracht, von Sportgeräten bis zu Kaffeemaschinen, so Fuchs. Je nach Bedarf werden die Geräte dann an die jeweilige Sportstätte transportiert. „Und dann geht es darum, alles so zu transportieren, dass die richtige Matte auch am richtigen Fleck liegt“, sagt Fuchs. Das alles sei ein riesiger logistischer Aufwand für die Stadt.

Umfassendes Sicherheitskonzept mit 70 Seiten

Neben den Übernachtungsstätten, Logistik und Transport ist auch die Sicherheit ein zentraler Punkt. Das Sicherheitskonzept beträgt laut Schädler 70 Seiten. Die Stadt arbeitet dafür mit dem Sicherheitsdienst Security Service Konstanz zusammen, ebenso mit der örtlichen Polizei und Kantonspolizei, der Feuerwehr, dem Zoll, Roten Kreuz, den Maltesern sowie Samariter aus der Schweiz. „Es ist eine Riesenherausforderung, das alles so anzubieten und zu organisieren, dass die Teilnehmer ein Gefühl von Sicherheit haben. Das spielt eine große Rolle“, sagt Schädler.

Zum Konzept zählen etwa Maßnahmen wie Terrorabwehr und Lkw-Sperren, aber auch Organisatorisches, wie die Bereitstellung eines öffentlichen WLANs oder dass beim „Besonderen Wettbewerb“ die Wassertemperatur im See 17 Grad betragen muss, sodass die Teilnehmer auch den schwimmenden Teil absolvieren können. Insgesamt ist die Ausrichtung viel zusätzliche Arbeit, wie Jana Fuchs und Frank Schädler sagen. „Es ist aber alles sehr, sehr positiv behaftet“, so Schädler. „Das kenne ich von anderen Veranstaltungen, da ist es nicht so harmonisch.“

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