Trumps früherer Sicherheitsberater John Bolton: „Bin mir sicher, dass längst Spezialkräfte im Iran sind“
Botschafter Bolton, Sie sind seit langem ein prominenter Verfechter eines Regimewechsels im Iran. Nun kämpft Donald Trump, der Präsident, für den Sie als Nationaler Sicherheitsberater arbeiteten, und den Sie heute scharf kritisieren, gemeinsam mit Israel gegen den Iran, um genau das zu erreichen. Tut Trump nun endlich das Richtige?
JOHN BOLTON: Leider nicht. Ich dachte zunächst tatsächlich, er ginge ihm um einen Wechsel des Regimes. Erinnern Sie sich: im Januar ermutigte er die Demonstranten im Iran mit Posts auf Social Media: „Hilfe ist auf dem Weg“. Auch als er die jetzigen Angriffe in Mar-a-Largo dann um 2.30 Uhr Samstag nachts ankündigte, sagte er, dies könnte die einzige Chance der Opposition für lange Zeit sein, die Regierung zu übernehmen. Und dann sagt er wieder etwas anderes. Was mich in den vergangenen vier Wochen unserer Angriffe am meisten verstört, ist, dass es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass Trump auf die Opposition im Iran zugeht – um zu helfen, mit Telekommunikation, Geld, Waffen.
Das Ayatollah-Regime scheint tiefer verwurzelt zu sein, als viele angenommen haben. Derzeit sieht es nicht danach aus, dass es stürzt.
BOLTON: Das Regime ist heute so schwach wie noch nie, seit es 1979 die Macht übernahm. Es gibt in allen Provinzen Oppositionsbewegungen, allerdings sind die nicht gut vernetzt. Unter den ethnischen Gruppen sind die Kurden wohl am Organisiertesten. Ich habe nur nicht den Eindruck, dass wir hier tun, was wir tun müssten. Die Militärkampagne der USA und Israels hat die oberste Führungsschicht dezimiert, großen Schaden bei den Revolutionsgarden angerichtet, die ja nicht nur unser Gegner sind, sondern auch der der iranischen Bevölkerung. Aber es ist die Opposition vor Ort, die jetzt die Last tragen müsste, das Regime zum Einsturz zu bringen. Sie müsste jetzt mit jenen im Regime arbeiten, die mit dem sinkenden Schiff nicht untergehen wollen, mit Generalen der normalen Armee etwa. Militärisch läuft es gut, aber diese Kooperation sehe ich nicht.
Wann ist Trumps Krieg aus Ihrer Sicht ein Erfolg? Wenn das iranische Atomprogramm zerstört ist? Wenn die berühmten 400 Kilogramm angereichertes Plutonium gefunden werden? Oder wenn das Ayatollah-Regime endet?
BOLTON: Ich bin der Meinung: Dieses Regime muss enden. Wenn wir es jetzt im Amt lassen, wird Teheran wie ein verwundetes Tier um sich schlagen. Die bauen das Nuklearprogramm wieder auf, die Raketen und Terrorgruppen wie die Hamas und Hisbollah. Und sie haben jetzt erkannt, wie sie die Weltwirtschaft treffen können, wenn sie die Straße von Hormus schließen. Das bedroht uns auf andere Art und Weise genauso wie das Nuklearprogramm und der Terror. Wir haben jetzt 47 Jahre versucht, das Verhalten dieses Regimes zu ändern. Wir sind immer wieder gescheitert. Wenn man aber das Verhalten nicht........
